Schutz für Ihre Flotte

Die Anzahl der Autodiebstähle bleibt auf hohem Niveau – auch bei Flotten. Hinzu kommt der Ersatzteil- und Reifenklau. Wirksamen Schutz versprechen eine Reihe von Systemen, zum Beispiel Fernüberwachung oder Ortung. Daneben können Autovermieter aber noch eine Menge einfacher Vorkehrungen treffen, um ihre Fahrzeug-Flotte zu schützen.

Etwas mehr als 200 Fahrzeuge verlieren die fünf größten Autovermietunternehmen zusammen laut Bundeskriminalamt (BKA) pro Jahr dauerhaft, abhandenkommen ihnen insgesamt 800 bis 900 Autos, von denen allerdings drei Viertel am Ende wieder auftauchen. Insgesamt werden in Deutschland pro Jahr rund 40.000 Fahrzeuge gestohlen, besonders stark belastet sind im Übrigen die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Aus den Vermietflotten verschwinden sie allerdings nicht überwiegend durch Diebstahl. Die meisten abhanden gekommenen Mietfahrzeuge werden unterschlagen beziehungsweise betrügerisch erlangt, wie das BKA weiß. So seien 2013 nur rund 20 Prozent der Fahrzeuge durch Diebstahl an den Mietstationen beziehungsweise im Verlauf der Mietdauer abhandengekommen, wobei hier auch häufig der Verdacht vorgetäuschter Diebstahlsfälle bestanden habe.

Dominiert wird die Kfz-Kriminalität in Deutschland seit Jahren von osteuropäischen Tätergruppierungen, besonders von international organisierter Kriminalität litauischer und polnischer Prägung. Die angrenzenden osteuropäischen Staaten sind sowohl wichtige Absatzmärkte als auch Transitstaaten im internationalen illegalen Kraftfahrzeughandel. Die Polizei beobachtet außerdem, dass die Professionalität der Täter stetig zunimmt und sie teilweise in netzwerkähnlichen Strukturen agieren.

Ortungssystem ist Mittel der Wahl

Für die Vermieter und Betreiber professioneller Flotten bedeutet dies, dass sie ihre Aktivitäten zum Schutz ihrer Flotten auf den Bereich der Unterschlagung konzentrieren müssen. Ein probates Mittel dazu sind Ortungssysteme, die nicht mehr nur dazu dienen, verlorene Fahrzeuge wieder aufzufinden. Denn neben der Live-Ortung der Autos haben die Systeme heute auch oftmals Komponenten zur Diebstahlsicherung integriert.

Dadurch lässt sich nicht nur der Standort des Fahrzeugs zu jedem Zeitpunkt bestimmen, sondern es kann zum Beispiel für einen bestimmten Zeitraum abgeschaltet werden. Ebenfalls erhältlich sind Systeme mit nachträglich einschaltbarer Alarmanlage usw. Die Möglichkeiten in diesem Bereich werden ständig weiter entwickelt.

Ersatzteile und Reifen sehr gefragt

Während die Auffindung oder Außerbetriebsetzung per Ortungssystem des gesamten Fahrzeugs hilft, sind andere Systeme nötig, um sich vor Ersatzteil- und Reifenklau zu schützen. Das sind nämlich ebenso wichtige Themen. So weiß das BKA, dass nach wie vor ein hoher Bedarf an Kfz-Ersatzteilen in afrikanischen und osteuropäischen Staaten besteht, wobei Litauen weiterhin als führender illegaler Absatzmarkt Osteuropas gilt. Da es sich beim Diebstahl von Kfz-Teilen um ein Massendelikt mit lohnenswerten Gewinnaussichten und einem in der Regel geringen Strafmaß handelt, wird dieser Phänomenbereich auch zukünftig von Bedeutung sein.

Polizeiliche Erkenntnisse weisen darauf hin, dass ein nicht unerheblicher Teil der Gesamtentwendungszahlen von Kfz der Verwertung der Fahrzeuge in Einzelteilen dient, die in den gängigen Internetportalen zum Verkauf angeboten werden. Dies gilt sowohl für kleinere Fahrzeugteile (z. B. Airbags, Navigationsgeräte usw.) als auch für große Komponenten (z. B. Motoren, Getriebe, Karosserieteile), die aus einer Komplettentwendung stammen.

24 h-Live-Fernüberwachung

Um den Diebstahl sowohl von Komplettfahrzeugen als auch von Einzelteilen zu verhindern, setzt beispielsweise die Stein-Gruppe auf ein 24 h-Live-Fernüberwachungssystem. Dabei handelt es sich im Unterschied zur klassischen Alarm-Videoüberwachungsanlage nicht nur um ein System, das die Tat zwar aufzeichnet und die Polizei alarmiert, sondern auch um einen tatsächlichen Eingriff ins Geschehen.

Mit einer Kombination aus Bewegungsmeldern und Tag- und Nachtkameras wird das befriedete Außengelände rund um die Uhr überwacht. Löst einer der Sensoren Alarm aus, und werden tatsächlich Einbrecher gesichtet – in der Regel sind die Störungen anderer Natur – werden sie von den Wachhabenden der Notruf- und Serviceleitstelle über 90-Dezibel-Akustikanlagen lautstark aufgefordert, sich zu identifizieren. Der Schreck sei meist so groß, dass Täter in der Regel sofort flüchten, ohne Schaden anzurichten, so der Hersteller des Systems, Protection One.

Einfache Verhaltenstipps

Auch jenseits von Hightech-Lösungen gibt es eine Reihe von einfachen Maßnahmen, die Händler und Mobilitätsdienstleister umsetzen können, um ihre Flotten zu schützen. So sollten sie potenzielle Käufer eines hochwertigen Fahrzeuges immer bei der Probefahrt begleiten. Denn wenn das Fahrzeug nicht sofort entwendet wird, so wird oft nach Probefahrten ein dem Original ähnlich sehender Schlüssel zurückgegeben. Es ist deshalb wichtig, den zurückgegebenen Schlüssel auf seine Funktion zu überprüfen. Oldtimer – so sie in der Vermietflotte enthalten sind – sind grundsätzlich nicht mit einer elektronischen Wegfahrsperre ausgerüstet. Besonders wertvolle Fahrzeuge lassen sich mit mechanischen Sicherungen, Diebstahlwarnanlagen und gegebenenfalls Ortungssystemen nachrüsten.

Beim Zubehör – Navigationsgeräte und Radios – gilt: Beim Abstellen nicht im Fahrzeug lassen, sondern alle abnehmbaren Bedienteile und die Daten-CD des Navis herausnehmen. Am besten sollten auch gleich die Halterungen mit entfernt werden, da Diebe sonst das Navi im Handschuhfach & Co. vermuten und das Fahrzeug öffnen. Bei der Radioausstattung empfehlen sich Modelle mit abnehmbarem Bedienteil, mit Codiersystem oder mit Sicherungskarte. In jedem Fall sollten die individuellen Gerätenummern von Navi und Radio erfasst und gespeichert werden.