Leasing versus Langzeitmiete

Leasing gilt seit etlichen Jahren als Standard beim Unternehmensfuhrpark. Doch die sich stark wandelnden Märkte und das härter werdende Wettbewerbsumfeld verlangen Firmen immer mehr kurzfristiges Veränderungsvermögen ab. Drei bis vier Jahre wollen und können sich viele beim Dienstwagen heute nicht mehr festlegen, sondern suchen stattdessen flexiblere Lösungen. Das Modell der Langzeitmiete deckt genau diesen Bedarf ab.

Die Firmenflotte ist heute bei vielen Unternehmen ganz selbstverständlich geleast, doch was bedeutet das eigentlich genau? Im rechtlichen Sinn ist ein Leasingvertrag nur ein Nutzungsüberlassungsvertrag oder ein atypischer Mietvertrag. Im Kontext von Fahrzeugen – denn leasen kann man zum Beispiel auch Anlagen oder Maschinen – entfaltet das Leasing eine umfassendere Bedeutung als Finanzierungsalternative: Das Auto wird vom Leasinggeber beschafft und finanziert und der Leasingnehmer nutzt es gegen Zahlung eines vereinbarten Leasingentgelts. Von der Miete unterscheidet sich Leasing rein rechtlich nur durch die Tatsache, dass die mietvertraglich geschuldete Wartungs- und Instandsetzungsleistung bzw. der Gewährleistungsanspruch auf den Leasingnehmer umgewälzt wird.

Leasing ist aber längst nicht mehr die einzige Möglichkeit, sich als Unternehmen mit Mobilität auf (längere) Zeit einzudecken. Für viele Unternehmen wird die Langzeitmiete als Alternative zum Leasing immer interessanter. Sie betrifft einen Zeitraum von einem bis zu zwölf Monaten und unterscheidet sich damit vom Leasing, das in der Regel auf drei bis vier Jahre ausgelegt ist. Damit schließt die Langzeitmiete genau die Lücke zwischen Carsharing und normaler Kurzzeitmiete auf der einen und Leasing/Finanzierung auf der anderen Seite.

Für Probezeitüberbrückung, Saison- und Projektarbeit

Nötig ist Mobilitätsbereitstellung in diesem überschaubaren Zeitraum insbesondere dann, wenn Unternehmen ihren Mitarbeitern in der Probezeit einen Firmenwagen zur Verfügung stellen wollen, im Saisongeschäft tätig sind oder überwiegend projektbezogen arbeiten. Auch die Überbrückung von Wartezeiten bei der Auslieferung von Leasingfahrzeugen ist derzeit ein Thema, das sich über die Langzeitmiete regeln lässt.

Dienstwagen können im Übrigen nicht nur bei Nichtverlängerung des Arbeitsverhältnisses über die Probezeit hinaus zur Kostenfalle für das Unternehmen werden, wenn sie langfristig geleast sind. Auch Beförderungen oder ein Auslands-einsatz der angestammten Mitarbeiter können dazu führen, dass diese ihren Dienstwagen wechseln. Sind Unternehmen in dieser Situation an einen Leasingvertrag gebunden, kann dies zu hohen Kosten für eine vorzeitige Rückgabe führen. Denn häufig ist es alles andere als einfach, den überschüssigen Dienstwagen an einen anderen Mitarbeiter weiter zu geben, der das Fahrzeug dann ja zum Beispiel auch versteuern muss.

Viele Unternehmen sehen sich heute in ihrer Geschäftstätigkeit Vertragslaufzeiten ausgesetzt, die zwölf Monate oftmals nicht überschreiten. Dementsprechend gestalten sie auch ihre eigenen Arbeitsverträge mit den Mitarbeitern nur noch befristet oder bedienen sich gleich flexibler Personalvermittler. Immer häufiger verleihen Personaldienstleister nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch gleich ein Fahrzeug mit.

Verkürzung oder Verlängerung kein Problem

In diesem speziellen Fall hat dann allerdings nicht der Unternehmer für einen optimal angepassten Fuhrpark zu sorgen, in vielen anderen Fällen dagegen schon. Dann gilt, dass die Langzeitmiete im Vergleich zum Leasing nicht nur für einen kürzeren Zeitraum vereinbart, sondern auch flexibel um etliche Monate verlängert werden kann. Beim Leasing ist dies häufig nicht der Fall: Der Rückgabezeitpunkt ist vertraglich fixiert, die vorzeitige Rückgabe ist teuer, und eine von vornherein sehr kurz gewählte Leasingzeitspanne ist in der Regel mit überteuerten Raten verbunden, da der Leasinggeber aufgrund des Geschäftsmodells das Fahrzeug auf drei bis vier Jahre kalkulieren muss. Dementsprechend ist auch das Vertragswerk wesentlich restriktiver und komplexer, umfasst viele Seiten, während bei der Langzeitmiete alles Wesentliche auf einem DIN A4-Blatt geregelt ist. Der Kunde unterschreibt einen klassischen Mietvertrag. Die monatlichen Raten sind zudem anders als beim Leasing voll als Betriebsausgabe abziehbar.

Trotz dieser bestechenden Vorteile ist die Langzeitmiete nicht für alle gleichermaßen geeignet. Sie passt im Gegensatz zum Leasing nicht für all jene, die umfangreiche Einbauten oder aufwändige Beklebungen an den Fahrzeugen vorhaben. Diese amortisieren sich in sechs bis zwölf Monaten einfach nicht. Nach spätestens 15 bis 18 Monaten will der Langzeitvermieter oftmals auch sein Fahrzeug zurück, da es dann noch über einen guten Restwert verfügt. Denn die Fahrzeuge aus der Langzeitmiete treffen auf einen nicht sonderlich stark frequentierten Gebrauchtwagenmarkt. Sie stoßen auch hier in die Lücke zwischen der Masse an sechs Monate alten Autos aus dem klassischen Vermietgeschäft und den drei bis vier Jahre alten Leasingrückläufern.

Mittelfristig Langzeitmiete günstiger

In den meisten Fällen ist Leasing zudem sicherlich langfristig die günstigste Form, den Fuhrpark zu bestücken, wenngleich immer noch eine nicht unerhebliche Anzahl von Unternehmen die Flotte komplett kauft. Die Langzeitmiete wird weder diesen Markt noch das Leasing jemals ersetzen oder verdrängen. Doch der Bedarf an flexibleren Lösungen wächst stetig und findet in der Langzeitmiete seine Entsprechung.

Mazda Mobil Profi-Charter