Mit einer Handvoll Wagen fing alles an

Die Geschichte der Autovermietung ähnelt sich weltweit – Die Geschichte des Automobils ist auch eine Geschichte der Mietwagen. Denn als die ersten Autos aus der Massenfertigung zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den Fließbändern rollten, waren sie auch für Gutverdienende oftmals noch viel zu teuer. Das änderte sich auch bis in die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg nicht – während viele es heutzutage einfach schick finden, kein eigenes Auto zu haben…

1912 gründete Martin Sixt in München seine Firma „Sixt Autofahrten und Selbstfahrer“, zunächst mit drei Fahrzeugen, darunter Mercedes und Luxus-Deutz-Landaulets. Nach Firmenangaben ist Sixt damit die erste Autovermietung in Deutschland, vermietet wird zunächst nur an den englischen Adel sowie an reiche US-Amerikaner. Während der beiden Weltkriege wird jeweils die Fahrzeugflotte konfisziert, 1946 wird das Geschäft mit einem während des Krieges versteckten Autos wieder aufgenommen.

Sechs Jahre später als Martin Sixt gründet Walter L. Jacobs 1918 in Chicago im Alter von gerade mal 22 Jahren mit einem Dutzend Ford T-Modellen seine Autovermietung – fünf Jahre später verkauft er das Unternehmen an John Hertz. 1926 geht das ganze Hertz-Imperium, zu dem auch Taxis und Busse gehören, an General Motors; zwischenzeitlich war der Autovermieter auch mal zu 100 Prozent eine Ford-Tochter. Überhaupt sind große Autovermieter und -hersteller oft eng miteinander verwoben.

Das zeigt auch der Blick in die Geschichte von Europcar. 1927 gründeten mehrere Kaufleute in Hamburg die Motor-Verkehrs-Union, ein Jahr später benennt sich die Firma in Selbstfahrer Union GmbH um. Auch sie vermietet in den „Goldenen Zwanzigern“ vor allen Dingen an Amerikaner. 1970 wird die Volkswagen AG alleiniger Eigentümer. Damals firmiert das Unternehmen noch als SU InterRent Autovermietung, seit 1992 heißt der Autovermieter schließlich Europcar.

Auch Avis ist aus einer kleinen Autovermietung heraus entstanden. 1946 gründete Warren Avis am Flughafen Willow Run bei Detroit im US-Bundesstaat Michigan mit drei Autos seine erste Station. Nur ein paar Jahre später eröffneten erste Franchise-Stationen in Kanada, Mexiko und auch Europa. Auch an Avis ist der US-Autohersteller General Motors zeitweilig mit rund 29 Prozent beteiligt. Heute ist Avis in 165 Ländern mit mehr als 5.700 Vermietstationen vertreten, zum Beispiel auch in Vietnam.

So üblich es im 20. Jahrhundert war, dass die meisten Autohersteller sich auch irgendwie an einem großen Autovermieter zumindest beteiligen, um ihren eigenen Absatz über die Einsteuerung ihrer Fahrzeuge in die jeweiligen Mietflotten zu steigern, so gewöhnlich ist es inzwischen, dass viele der Big Player heute im Besitz von Kapitalgesellschaften und Finanzinvestoren sind. So zum Beispiel bei Hertz und Europcar, während Avis inzwischen sich sozusagen selbst gehört – ebenso wie Sixt.

Auch eine lange Geschichte hat die Marke CC Rent a car. Die Ursprungsmarke CCRaule geht zurück auf Horst Raule, der 1955 mit nur 18 Jahren in Mannheim eine Autovermietung eröffnet. Das Unfallersatzgeschäft lässt das junge Unternehmen wachsen, es entsteht ein Filialnetz von Hamburg bis München. 1989 gründet Raule die CC Autovermietung GmbH, ein Kooperationssystem für mittelständische Autovermieter. Im Rahmen der Unternehmensnachfolge kauft 1998 die holländische Leasinggesellschaft Athlon sowohl das Unternehmen CCRaule GmbH & Co. KG und das angeschlossene Lizenzsystem, als auch Marke und Netzwerk. 2002 erwirbt die neu gegründete UniRent Autovermietung GmbH/Nürnberg, seit 1.9.2004 firmierend als CCUnirent System GmbH noch in ihrem Gründungsjahr die Rechte an der Wortbildmarke „CCRaule“ vom holländischen Inhaber Athlon und vollzieht damit die Trennung von Marke sowie angeschlossenem Unternehmen. 2007 wird die Marke „CCRaule rent a car“ in „CC Rent a car“ umbenannt; aktuell betreibt CC Rent a car deutschlandweit rund 100 Mietstationen.

Die Autovermietung Lindenmeyer in Crailsheim war zuerst CCRaule rent a car Partner und ist seit 2004 Mitglied im Netzwerk der CC Rent a car Partner. Kraftstoff hat sich mit Geschäftsführer Rolf Lindenmeyer unterhalten und dessen persönlichen Zehn-Jahres-Rückblick erhalten.

Herr Lindenmeyer, seit zehn Jahren gibt es den „Kraftstoff“. Was hat sich in dieser Zeit im Bereich der Autovermietung verändert?

Lindenmeyer: So grundsätzlich kann man das schwer sagen, aber auf jeden Fall: vieles. Bei uns zum Beispiel ist eigentlich nichts mehr so wie vor zehn Jahren. Damals haben wir über 80 Prozent unseres Umsatzes mit Unfallersatzfahrzeugen gemacht – davon sind heute noch etwa zehn Prozent Anteil am Umsatz übrig. Die Finanzkrise im Jahr 2009 hatte für uns als Mittelständler durchaus eine gute Seite: Immer mehr Unternehmen haben ihre Fuhrparks und ihr Flottenmanagement ausgelagert, weil ihnen die Kosten und Risiken mit langfristigen Leasing-Verträgen zu groß wurden. Inzwischen ist das unser Hauptgeschäftsfeld: Wir bieten ein flexibles Flottenmanagement für jedermann an.

Früher war es ausreichend, ein paar Fahrzeuge auf dem Hof stehen zu haben. Was muss man als Vermieter heute alles mehr bieten?

Lindenmeyer: Die Kundenwünsche zu erfüllen, das ist das A und O. Natürlich kommt es auch auf die Basics an, die Grundlagen: die Autos müssen gepflegt und sauber sein, technisch einwandfrei, sie müssen eine relativ hohe Grundausstattung haben. Bei uns kommt noch oben drauf, dass wir vor allem deutsche Automarken im Fuhrpark haben, dass wir auf die Umweltverträglichkeit der Fahrzeuge und deren CO2-Ausstoß achten – und dass wir flexibel sind. Kunden, die das brauchen und auch bezahlen wollen, können bei uns 24 Stunden und sieben Tage die Woche Autos anmieten und wieder abgeben. Dafür haben wir ein ausgeklügeltes Schlüsselsystem für unsere Stammkunden.

Wie wichtig sind heute digitale Vertriebskanäle? Oder vermieten Sie den Großteil Ihrer Fahrzeuge immer noch am Telefon und Tresen?

Lindenmeyer: Nein, das Hauptgeschäft läuft heute tatsächlich digital. Die Preisanfragen oder auch die Buchungen – da muss man mit der Zeit gehen. Die Kunden wollen diese Flexibilität, auch nach 18 Uhr noch Preise per Mausklick vergleichen zu können. Und sie wollen eben auch um Mitternacht noch ein Auto buchen können. Gerade in Firmen, in denen teils im Zwei- oder Dreischicht-Betrieb gearbeitet wird, ist das ja auch selbstverständlich. Wenn ein Monteur nachts losfahren muss und dafür spontan ein Fahrzeug braucht, bekommt er das bei uns. Wer solchen Service bietet, kann aber nicht immer auch der günstigste Anbieter sein. Das wissen unsere Kunden, aber sie bleiben trotzdem.

Sie sind seit Jahren Sponsor der Crailsheim Merlins. Wie wichtig ist ein solches Engagement für ein mittelständisches Unternehmen?

Lindenmeyer: Aus meiner Sicht ist das heute essenziell, um sich von der breiten Masse abzuheben. Für Sponsoring gilt, anders als für Werbung, die man auch kurzzeitig schalten kann, dass man einen langen Atem haben muss. Fünf Jahre plus x muss man so ein Sponsoring schon durchhalten, wenn man damit etwas erreichen, also seinen Bekanntheitsgrad erhöhen will. Bei uns liegt der jetzt in der Region am obersten Rand, würde ich sagen – das hätten wir mit Werbeanzeigen oder Radiospots so nie hinbekommen. Zum langen Atem kommt noch etwas hinzu: Der Name auf der Spielfeldbande alleine reicht nicht, man muss mit Herzblut dabei sein, sich bei den Spielen zeigen, präsent sein.
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