IAA 2013: Voll unter Strom

Von der Besucherzahl blieb die 65. Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) diesmal hinter der von 2011. In die Frankfurter Messehallen strömten statt der 928.000 Autofans damals diesmal nur 900.000. Zufrieden zeigte sich der Veranstalter, der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) trotzdem, und auch die Besucher. Sie bekamen auf über 200.000 Quadratmetern 159 Weltpremieren von über 1000 Ausstellern zu sehen. Wie schon im Vorjahr lag ein Schwerpunkt auf den alternativen Antrieben wie Elektro- und Hybridmotoren.

In diesem Segment präsentierte sich unter anderem Volkswagen mit dem E-Golf. Er schafft bei 115 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h und soll auf eine respektable Reichweite von 190 Kilometern kommen. Laut VW können die Akkus an Schnellladestationen innerhalb von 30 Minuten auf 80 Prozent ihrer Kapazität geladen werden. Tatsächlich zu haben sein wird der Stromer aber erst ab Anfang 2014. Dementsprechend stehen die Preise auch noch nicht fest. Experten rechnen mit rund 35.000 Euro.

Dagegen ist schon klar, dass die Elektroversion des kleinen Golf-Bruders up! knapp 27.000 Euro kosten wird. Damit hat es ein Prototyp der IAA aus dem Jahr 2009 in die Serie geschafft und soll schon im Herbst bei den Händlern stehen. Für den eher an die Mittel- als Kleinwagenklasse erinnernden Preis bekommt der Käufer ein 82-PS-Aggregat, das den Mini auf bis zu 130 km/h beschleunigt. Die Reichweite liegt laut Hersteller bei 160 Kilometern. E-Golf und e-up! sollen bei den Wolfsburgern übrigens nur Vorreiter sein. Laut Konzernchef Martin Winterkorn will der Konzern in diesem Segment weltweit an der Spitze stehen. „Unser Ziel ist es, bis 2018 Marktführer auch im Bereich Elektromobilität zu sein“, bekräftigt er. Bis Ende nächsten Jahres sollen konkret 14 verschiedene Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb im Konzern verfügbar sein.

In Sachen Elektroantrieb zeigte bei der IAA auch BMW Flagge mit dem i3. Das erste entsprechende Serienfahrzeug der Münchner wird ebenfalls noch im Herbst erhältlich sein – für knapp 35.000 Euro. Ziemlich viel Geld für einen Kleinwagen, der allerdings auch aus einer leichten Carbonhülle besteht. Er ist knapp vier Meter lang und bringt dafür über eine Tonne auf die Waage. Unter der Haube steckt ein 170 PS Elektromotor, der den Wagen bis auf 150 km/h beschleunigt. Die Reichweite gibt BMW mit 160 Kilometern an, gegen Aufpreis lässt sich diese mit Hilfe eines zusätzlichen Aggregates aber verdoppeln.

Beim großen Bruder des i3, dem i8, setzen die Münchner dagegen auf einen Hybrid-Antrieb. In Kombination eines Verbrennungsmotors mit 231 PS und einer 131 PS-starken E-Maschine bringt er es auf 362 PS. Der Benzinverbrauch soll trotz einer Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h mit vollem Akku bei 2,5 Litern auf 100 Kilometer liegen. Das Ganze hat natürlich seinen Preis, der bei 126.000 Euro liegen wird.

In ähnlichen Bereichen liegt der Porsche Panamera Hybrid mit einer Leistung von insgesamt 416 PS (333 PS Benziner/95 PS Elektro) und einer Spitzengeschwindigkeit von 270 km/h für rund 110.000 Euro. Noch nicht bekannt ist dagegen der Preis des Mercedes S500 Plug-In Hybrid, der im zweiten Halbjahr 2014 auf den Markt kommen soll. Laut Mercedes verbraucht das Spitzenmodell auf Basis der neuen S-Klasse nur 3,0 Liter auf 100 Kilometer. Das Laden des 109 PS-starken Elektromotors geht vor allem über Rekuperation.

Doch etwas günstiger sind die weiteren Hybrid-Modelle, die erstmals auf der IAA zu sehen waren. Etwa der Mitsubishi Outlander PHEV für knapp 42.000 Euro oder sein SUV-Pendant Range Rover Hybrid, der allerdings erst im Frühjahr auf den Markt kommen soll. Von daher ist der Preis noch unbekannt. Dagegen noch im Konzeptstadium sind der Toyota Yaris Hybrid R mit insgesamt 420 PS aus drei Motoren und der BMW X5 e-Drive, welcher bis 120 km/h nur elektrisch läuft.

Apropos SUV: Diese Klasse feierte in Frankfurt auch einige Premieren, allerdings leicht verkleinert und kompakter. So war der Mercedes GLA zu sehen, welcher dem BMW X1 und dem Audi Q3 Konkurrenz machen soll. Der Kompakt SUV wird ab Ende 2013 erhältlich sein, offizielle Preise gibt es noch nicht. In dieses Segment traut sich auch Fiat mit dem Siebensitzer 500 L Living, der schon seit Mitte September bei den Händlern steht. Kostenpunkt für die 4,35 Meter lange XXL-Variante des Kleinwagens mit bis zu 120 PS: rund 20.000 Euro. Überarbeitet hat dagegen Citroën seinen C4 Grand Picasso. Er verspricht bei identischen Außenmaßen mehr Platz im Innenraum als sein Vorgänger. Ab rund 22.400 Euro haben die Käufer die Auswahl zwischen zwei Benzin- und einem Dieselmotor (von 115 bis 156 PS). Schon in der Grundversion gibt es Sieben-Zoll-Touchscreen, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und Panorama-Frontscheibe.

Großes Thema bei der Messe war die IT-Vernetzung, mit deren Hilfe Autos künftig sicherer werden sollen. Warnungen etwa vor einem Geisterfahrer könnten dann direkt an den Fahrer weitergegeben werden und ihn so warnen. Ein weiteres Szenario: Ampeln, die mit dem Fahrzeug kommunizieren und so Kraftstoff sparen helfen. Schon Realität ist dagegen, wie Audi zeigte, die Integration des schnellen Mobilfunkstandards LTE.

Und natürlich war Frankfurt auch 2013 wieder ein El Dorado für alle, die bei Kraftpaketen ein Kribbeln auf der Haut spüren. Spitzenreiter mit 1250 PS war ein veredelter Lamborghini Aventador, deutlich dahinter der Porsche 918 Spyder mit 877 Pferdestärken, Audis Sport-Quattro Konzept (700 PS), der Ferrari 458 Italia (605 PS), der Lamborghini Gallardo Squadra Corse (570 PS) oder der Bentley Continental V8S mit immerhin noch 528 PS. Schließlich bewies der Tuner Brabus, dass man selbst ein Geländefahrzeug wie den dreiachsigen Mercedes G 6x6 von ohnehin schon beeindruckenden 544 auf 700 PS aufrüsten kann.

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