Der vernetzte Kunde

Hotspot to go. Mit Avis sind sie immer online

Martin Gruber, Geschäftsführer Avis im Interview.

Herr Gruber, haben Sie schon mal ein Auto per Internet oder Smartphone gemietet?

Gruber: Ja natürlich, die Buchung über Online-Kanäle und mobile Applikationen ist bei uns inzwischen Standard und wird auch von unseren Kunden zu großen Teilen genutzt.

Früher gab’s eine Telefon-Hotline zur Anmietung – heute müssen Vermieter auf vielen Kanälen ansprechbar sein. Welche Chancen birgt das?

Gruber: Unsere Kunden können über alle Kanäle Avis Mietwagen buchen: an unseren über 330 Stationen, im Reisebüro, per Telefon, Internet und über unsere mobilen Apps. So können sie uns jederzeit, also rund um die Uhr, erreichen. Das trägt zur Kundenzufriedenheit und -bindung bei.

Sie leiten seit Februar auch die Geschicke von Avis Deutschland. Der Mietwagenmarkt hierzulande gilt als einer der härtesten umkämpften weltweit. Sehen Sie das auch so?

Gruber: Die Preissensibilität und der Wettbewerb in Deutschland sind stark. Daher sind wir als Unternehmen gefordert, ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten und gleichzeitig konsequent an neuen Produkten und Services zu arbeiten. So bleiben wir wettbewerbsfähig und stärken mit neuen Kooperationen und Innovation unsere Marktposition.

Mit dem Vermieten von Autos ist es heute ja längst nicht mehr getan, der Kunde erwartet Mehrwert. Was ist da momentan aus Ihrer Sicht das Wichtigste?

Gruber: Was bei uns schon immer im Mittelpunkt stand und steht: ein zügiger, professioneller und perfekter Service. Stets begleitet von einem aufrichtigen Lächeln. Deswegen fühlen sich unsere Kunden auch so wohl: Sie spüren, dass das Motto „We Try Harder“ kein Lippenbekenntnis ist, sondern täglich gelebter Anspruch. Deshalb arbeiten wir kontinuierlich daran, unseren Kunden hohe Service-Standards zu bieten und diese laufend zu optimieren.
Ein paar Beispiele für unseren Premium-Service sind das 3-Minuten-Versprechen bei Fahrzeugabholung, Avis Rapid Return bei Rückgabe sowie zahlreiche und fortlaufende Innovationen, wie der deutschlandweite Lieferservice nach Hause, ins Hotel oder Büro, Selbstbedienungsautomaten, portable Hotspots und behindertengerechte Fahrzeuge.

Sie bieten Ihren Kunden in einem Pilotprojekt so genannte Wi-Fi-Hotspots an, also drahtloses Internet via W-LAN. Welche Kunden – glauben Sie – brauchen und wollen das?

Gruber: Unser Angebot richtet sich vor allem an internationale Geschäfts- und Urlaubsreisende, die durch den portablen Hotspot deutschlandweit Internetanschluss erhalten. So können sie nicht nur ihre Emails, Dokumente und sozialen Netzwerkseiten mobil aufrufen, sondern auch unterwegs nach Urlaubsinformationen und touristischen Highlights suchen oder Online-Buchungen vornehmen.
Der Hintergrund unserer Überlegung war, dass der mobile Internetzugang für internationale Reisende momentan eingeschränkt ist: fest installierte Wi-Fi Hotspots sind auf Cafés und Restaurants beschränkt. Mit unseren portablen Wi-Fi Hotspots bieten wir Kunden eine praktische und bezahlbare Lösung.

Gerade seit dem Siegeszug der Smartphones verfügt fast jeder auch über eine mobile Daten-Flatrate für das Handynetz per UMTS. Wo ist der Mehrwert ihres Projekts?

Gruber: Die Daten-Flatrates sind ja meist auf das jeweilige Heimatland beschränkt. Unser Angebot richtet sich vor allem an international Reisende, die in Deutschland unterwegs sind. Sie wollen uneingeschränkten Internetzugriff – egal wo sie sind – um ihre Emails abzurufen, ihre sozialen Netzwerke zu pflegen, Spiele zu spielen oder Musik zu hören. Mit unserem mobilen Wi-Fi-Angebot bleiben unsere Kunden während ihrer ganzen Reise mobil und flexibel, ohne nach ihrer Rückkehr eine saftige Rechnung durch hohe Roaming-Gebühren zu erwarten.

Ein Pilotprojekt spielt eine Vorreiterrolle. Ist Deutschland Testfeld für Avis weltweit – oder gibt es dieses Angebot bereits in anderen Ländern?

Gruber: Das Pilotprojekt wurde in Deutschland gestartet – das Angebot ist momentan in keinem anderen Land verfügbar.

Ab wann gilt das Pilotprojekt denn als erfolgreich und geglückt – und wird es dann weltweit eingeführt? Oder standardmäßig für jede Fahrzeuganmietung in Deutschland?

Gruber: Wir führen das Pilotprojekt noch bis Ende März 2012 durch und beobachten die Nachfrage und das Kundenfeedback. Danach entscheiden wir, ob wir das Angebot auf weitere Stationen – zunächst in Deutschland – ausweiten werden.

Apropos Internet: Wie wichtig ist für Avis die Vernetzung mit seinen Kunden – auch über soziale Netzwerke und mobile Apps für Smartphones?

Gruber: Sehr wichtig. Wir sind bereits seit über zwei Jahren in sozialen Netzwerken sehr aktiv und legen großen Wert auf die Kommunikation mit unseren Kunden in diesen Bereichen. Schnelligkeit und Authentizität stehen bei uns dabei an erster Stelle.
Und natürlich bieten wir alle gängigen mobilen Apps an: für iPhone, Palm Pre, BlackBerry und Android. Außerdem sind die Avis Mietwagen über die mobile Avis Website buchbar.

Unternehmen stehen mit ihren Kunden heute viel mehr in direktem Kontakt und umgekehrt. Das kann Vorteile haben, aber auch Nachteile, falls mal etwas nicht so läuft wie es sollte.

Gruber: Wir sehen das als Vorteil: Avis hat schon immer großen Wert auf Service-Orientierung gelegt und das Kundenfeedback – positives wie negatives – in Innovat-ionen und Optimierungsprozesse einfließen lassen.
Beschwerden und Kritik nehmen wir ernst und reagieren sehr schnell darauf. Denn die Zufriedenheit der Kunden steht bei uns immer an oberster Stelle. Deshalb befragen wir unsere Kunden in regelmäßigen Abständen und evaluieren in individuellen Feedback-Gesprächen sehr genau, ob die Bedürfnisse erfüllt sind und ob sich gegebenenfalls neue Wünsche aufgetan haben.

Wie vernetzt ist denn die Avis-Flotte an sich? Gibt es Fahrzeuge, die einen integrierten Internet-Zugang besitzen – oder soll das alles über das neue Pilotprojekt abgedeckt werden?

Gruber: Wir haben in unserer deutschen Flotte zwar einige Fahrzeuge, die ein Bluetooth-Autotelefon mit WLAN-Hotspot haben. Wir wollen jedoch zunächst über das Pilotprojekt den entsprechenden Bedarf für den mobilen Hotspot ermitteln.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Gruber!

Wie gefährdet sind sensible Kundendaten in einem Unternehmen?

Autovermieter verwalten eine Reihe sensibler Kundendaten in ihren Systemen – leichte Beute für Angreifer, die sie mit einer Veröffentlichung derselben erpressen könnten. Welche Sicherheitslücken bestehen? Wie können sich Unternehmen schützen?

2011 war das Jahr der großen öffentlich gewordenen Hackerangriffe: Sony, Bundespolizei, Rewe und zahllose andere kleine und größere Firmen wurden Opfer von Cyberkriminellen, die es auf die Daten ihrer Kunden abgesehen hatten. Außerdem war laut Kaspersky-Lab fast die Hälfte aller deutschen Unternehmensnetzwerke – darunter auch Autovermieter – schon einmal von Schadsoftware befallen. Ein Viertel der betroffenen Unternehmen erlitten dabei auch einen Datenverlust. Nachdem bei Sony Daten aus 100 Millionen Nutzerkonten entwendet worden sind, sieht sich der Konzern nun Schadenersatzklagen in Milliardenhöhe ausgesetzt, bei Rewe waren rund 50.000 Datensätze mit Namen, Passwörtern und Mail-Adressen betroffen.

Der Imageverlust ist in solchen Fällen nahezu grenzenlos, Schadenersatzansprüche sind keineswegs auszuschließen. Hinzu kommen mögliche Sanktionen durch die Aufsichtsbehörden. In Heller und Cent kostete jeder verlorene Datensatz ein deutsches Unternehmen im Jahr 2009 rund 130 Euro, wie das amerikanische Ponemon-Institut berechnete. Zustande kommen diese Kosten durch Investitionen für die Aufdeckung und Information der Betroffenen und zuständigen Stellen sowie entgangene Umsätze.

Das verdeutlicht den Stellenwert, den Datenschutz eigentlich haben müsste, zumal bei einem Verstoß der Geschäftsführer persönlich in voller Höhe haftet. Insbesondere in der Autovermietbranche sind in der Regel Zahlungsinformationen wie Kreditkartendaten hinterlegt, eine äußerst attraktive Beute. Insgesamt wurden laut Ponemon-Institut Unternehmen aus den Bereichen Automotive und Service etwa im Vergleich zur Energiebranche vergleichsweise oft von Angreifern heimgesucht.

Gefahren drohen intern wie extern

Gefährdet sind die sensiblen Daten in erster Linie durch Angriffe von außen – aber nicht nur. Denn auch immer mehr Mitarbeiter vergreifen sich nach Einschätzung des BITKOM-Präsidenten Prof. Dieter Kempf an den Daten ihrer Arbeitgeber, oftmals würden sie auch als Werkzeug Dritter benutzt. Immerhin gegen letzteres hilft Schulung und Aufklärung, gegen die kriminellen Kräfte im eigenen Unternehmen ist dagegen schwer zu operieren.

Im Wesentlichen sollten Unternehmen ihre Datenbestände prüfen und klassifizieren, nicht benötigte entfernen, andere gegebenenfalls verschlüsselt ablegen und auch die Zugriffsrechte der Mitarbeiter so weit wie möglich beschränken. Um Attacken von außen abzuwehren, helfen einfache Sicherungsstrategien, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, es aber keineswegs sind. So verfügt nach einer Studie der Info AG nur jedes dritte aller kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland über eine belastbare Sicherheitsstrategie für die Firmen-IT.

WLAN gehört nicht ins Unternehmen

So setzt im Gegenteil immer noch eine große Zahl von Unternehmen einfache DSL-Router für den Internetzugang ein, an die das Firmennetzwerk angeschlossen ist. Eine Virenschutzsoftware bietet an dieser Stelle im Übrigen keinen ausreichenden Schutz. Insbesondere dann, wenn ein WLAN verwendet wird, das ja mittels Funk arbeitet, und dieses nicht per VPN-Tunnel abgesichert wird – was kaum ein Unternehmen macht – haben Cyperkriminelle leichtes Spiel.

„Ein WLAN gehört grundsätzlich nicht in ein Unternehmen“, sagt daher Götz Schartner, Geschäftsführer der 8com GmbH & Co. KG aus Neustadt an der Weinstraße. Sein IT-Sicherheitsunternehmen versucht sich im Auftrag seiner Kunden zu Prüfzwecken in das jeweilige Firmennetz einzuhacken – zumeist mit raschem Erfolg. Hat sich ein realer Hacker erst einmal Zugang zum System verschafft, übernimmt er die vollständige Kontrolle und zwar, ohne dass das Unternehmen etwas davon merkt. Auch die prominenten Datenpannen konnten erst mit erheblicher Zeitverzögerung aufgedeckt werden.

Wenige grundsätzliche Maßnahmen beachten

Ein wenig schwerer macht echten Angreifern ihre Arbeit, wer neben der Auswahl der richtigen Hardware drei wesentliche Punkte berücksichtigt: Egal wie lästig sie erscheinen mögen – alle Updates für das Betriebssystem und sämtliche Anwendungen müssen stets installiert werden, um bereits bekannte Sicherheitslücken zu schließen. Daneben sorgt eine professionelle Firewall – nicht diejenige, die auf dem Router installiert ist – für eine tatsächlichen Schutzwall. An dritter Stelle stehen die mittlerweile bekannten Antivirenprogramme.

Sie schützen nicht nur davor, dass mit Schadsoftware behaftete E-Mails Cyberkriminellen Zugang zum Firmennetz erhalten, sondern auch vor dem so genannten Drive by-Download. Dabei installieren sich die Viren oder Trojaner bereits beim Öffnen einer Website, ohne dass der Nutzer aktiv einen Inhalt downloaden müsste. Grundsätzlich gilt, dass niemand mit Administratorrechten im Internet surfen sollte – unterbleibt dies nämlich, kann sich Malware weitaus weniger auf dem befallenen Rechner verselbstständigen.

Daten - nicht nur auf Festplatten

Um weder durch die eigenen Mitarbeiter noch durch aktive Angreifer Daten zu verlieren, sollten Autovermietunternehmen noch etwas bedenken: Sensible Informationen finden sich nicht nur auf den Firmenfestplatten, sondern noch auf einer ganzen Reihe anderer Geräte. Dazu zählen insbesondere Kopierer und Faxgeräte. Auf deren internen Speichern sammeln sich über die Jahre hinweg Massen aller möglichen Dokumente an – Rechnungen, Meetingprotokolle, Mitarbeiterlebensläufe. Nachhaltig löschen lassen sich diese vor dem Ausmustern der Geräte durch spezielle Löschsoftware.

All diese Probleme machen deutlich, dass Autovermieter der IT-Sicherheit und dem Datenschutz in ihren Firmen eine höhere Priorität einräumen müssen als bislang – die Kosten können andernfalls insbesondere im persönlichen Bereich empfindlich sein. Einfache Maßnahmen schaffen bereits Abhilfe.

Elektronische Sicherheit - Damit ihr Auto nicht dem Dieb die Türen öffnet

Wie „online“ ist schon heute ein modernes Auto? Wie angreifbar sind die Systeme in der Fahrzeugelektronik? Welche Gefahren entstehen? Wie lassen sie sich eindämmen?

„Mit ihrem PC fahren Sie nicht mit 200 über die Autobahn“, bringt Diplom-Informatiker Tobias Hoppe von der Universität Magdeburg, die besondere Gefahr von manipulierter Fahrzeug-Elektronik im Interview mit „Kraftstoff“ auf den Punkt. Selbst wenn ein Trojaner die gesamte Büro-IT lahmlegt oder durch Ausspähen große Vermögensschäden entstehen, bleiben Leib und Leben unangetastet.

Das ist im Auto ganz anders. Da kann etwa die maximale Servounterstützung auf der Autobahn ein schwammiges Fahrverhalten erzeugen, das im Extremfall zum Unfall führt – verursacht durch Manipulation. So versuchen laut einer Studie der Magdeburger Forschergruppe unter Leitung von Prof. Jana Dittmann im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen findige Fahrer immer wieder, die Elektronik in ihrem Fahrzeug zu manipulieren – etwa um die Fernsehoption auf dem Navi-Display so zu beeinflussen, dass das Display während der Fahrt jenseits von Schrittgeschwindigkeit das TV-Bild nicht abschaltet.

Manipulative Eingriffe mit Nebenwirkungen

Meist wird der TV-Steuerung dazu ein stehendes Fahrzeug vorgegaukelt – was den gefährlichen Nebeneffekt haben kann, dass nicht nur diese, sondern auch viele andere Systeme der Fahrzeugelektronik diese Falschinformation übernehmen. Das führt dann unter anderem zu dem Effekt mit der Servolenkung. „Wir haben nicht nur diese, sondern eine ganze Reihe von Schwachstellen in der Fahrzeug-IT gefunden, die ausgenutzt werden und Nebenwirkungen nach sich ziehen können, so dass Risiken für die körperliche Unversehrtheit entstehen“, so Hoppe.

Erkennen lassen sich solche elektronischen Manipulationen im Nachhinein meist nicht. Rein optisch kann man nach der Rückgabe eines Leasingfahrzeugs zwar überprüfen, ob die Verbindung zum Steuergerät angefasst wurde, um etwa eine Platine zwischen zu schalten oder zu entfernen. Geschah die Manipulation dagegen rein softwaregesteuert etwa über die Diagnose-Buchse, bleiben kaum Spuren.

„Sinnvoll wäre, wenn beispielsweise die Hersteller den Leasinggesellschaften, Autovermietern und Werkstätten einen Handlungsleitfaden zur Verfügung stellen würden“, sagt Dr. Sven Tuchscheerer, der ebenfalls zur Magdeburger Forschergruppe gehört. Verständlich sei aber auch, dass die Fahrzeughersteller ihr Know-how oft nicht veröffentlichen wollen.

Wettlauf zwischen Herstellern und Kriminellen

Denn nicht nur die betroffenen Unternehmen, sondern auch die Gegenseite liest mit. Neben den Fahrzeughaltern selbst gibt es noch die große Zahl Dritter, die Fahrzeuge manipulieren, oft, um einzelne Bestandteile oder die kompletten Autos zu stehlen. Fest eingebaute Navigationsgeräte waren zuletzt eine beliebte Beute, sie wurden serienmäßig aus Carsharing-Fahrzeugen ausgebaut. Insgesamt entstanden 2010 bei den Versicherungen 51,8 Millionen Euro Schaden für 31.125 gestohlene Navigationsgeräte, Autoradios und Ähnliches. Doch auch die Fahrzeugdiebstähle an sich werden wieder verstärkt ein Thema.

Zwischen 1993 und 2008 sank die Zahl der in Deutschland gestohlenen Autos von über 100.000 auf unter 17.000 Fahrzeuge. „Der Grund dafür waren die immer besseren Wegfahrsperren“, erläutert Tuchscheerer. Inzwischen kehrt sich der Trend um. In 2010 mussten die Versicherer 275,2 Millionen Euro für 19.503 Fahrzeuge aufbringen. Die Baugleichheit bei den Wegfahrsperren erleichtert den Dieben dabei die Arbeit, denn die vier Hauptmarken setzen innerhalb der Modelle dieselbe Technik ein. Hacker, die von Kriminellen beauftragt werden, entschlüsseln die Algorithmen der elektro-nischen Schlüssel nicht nur für ein einzelnes Fahrzeug, sondern oft gleichzeitig für eine gesamte Modellreihe.

Intelligente Lösungen für die Zukunft

Noch mehr Schaden mit noch weniger Aufwand – das könnte auch ein Zukunftstrend werden, der Autovermietern zusetzen könnte. Denn in Zukunft sollen Autos mit dem Internet verbunden sein, und nicht nur untereinander kommunizieren, sondern auch mit der Verkehrsinfrastruktur wie beispielsweise Ampeln. Dabei geht der Trend zurück zu einer geringeren Anzahl verbauter Steuergeräte, einfache, vernetzte Lösungen sind gefragt, auch bei der Software. Das ist einerseits mit großen technischen Vorteilen verbunden, verschärft jedoch umgekehrt die Sicherheitsprobleme. Denn eine einmal eingeschleuste Schadsoftware könnte dann durchschlagend verheerende Wirkungen haben.

Auch ohne Internetzugang – der in wenigen Jahren Standard sein soll – lässt sich schon heute etwa über speziell präparierte mp3-Dateien Schadsoftware einschleusen, mit deren Hilfe anschließend verschiedenste Funktionen manipuliert werden können. Eine entsprechend präparierte CD im Bordplayer genügt dazu. Der Befehl einer Schadsoftware ans ESP „Bremse ab 130 das Rad rechts hinten voll ab“ kann ein tödlicher Befehl sein, egal, wie dieses Programm an Bord gelangt. Daher arbeiten die Fachleute heute daran, intelligente Lösungsszenarien zu definieren. Neben technischen Maßnahmen zur Verhinderung entsprechender Vorfälle, die bekanntermaßen in der Praxis nie hundertprozentig wirksam sind, wird dabei zunehmend an Strategien zur Erkennung aktiver Angriffe und geeigneten Reaktionsmöglichkeiten geforscht.

„Bei einer potenziellen Bedrohung gibt es im Grunde drei Möglichkeiten: Informationen für die Werkstatt hinterlegen, den Fahrer warnen und instruieren oder direkt eingreifen. Beim ESP ginge das, es ließe sich bei begründetem Verdacht einfach abschalten“, erklärt Tobias Hoppe, bei anderen Systemen sei dies oft schwieriger. Auch eine schlichte Warnung auf dem Display läuft möglicherweise ins Leere – man denke nur daran, was man häufig mit Sicherheits-Benachrichtigungen auf dem Computerbildschirm tut: Wegklicken.

Autovermieter können aus dem Stand der Forschung im Moment nur die Lehre ziehen, ein Fahrzeug bei Auffälligkeiten sofort untersuchen zu lassen und stets auch mit zu bedenken, dass es sich um eine Manipulation handeln könnte.

Mobile Internet - Was Ihr Smartphone alles über Sie preisgibt

Mittlerweile sind die Sicherheitslücken für iPhone und Co. zwar bekannt, aber leider immer noch nicht zu schließen, und selbst die alten Geräte können über Bluetooth problemlos ausgespäht werden. Wie schützen Sie sich davor, abgehört zu werden? Wie sichern Sie geschäftliche Daten? Welche Lösungen gibt es in der Zukunft?

Gerade haben amerikanische Forscher eine App entwickelt, die Fahrer am Telefonieren hindern soll. Dazu findet das Miniprogramm via GPS nicht nur heraus, ob das Handy sich gerade im Auto befindet, sondern auch wo – schließlich soll der Beifahrer ungestört mobil kommunizieren können. Die App interagiert dazu mit den Fahrzeuglautsprechern.

Das Beispiel macht deutlich, wie erstaunlich genau uns die kleinen Miniprogramme inzwischen kennen – und was sie alles über uns preisgeben können. Apps sind weit verbreitet, generieren weltweit zweistellige Milliardenumsätze, und auch die Automobilhersteller bauen auf Apps als zusätzliche Umsatzquelle. Ob blitzer.de, Stau Mobil, Limo-App oder der Tankstellenfinder – die nützlichen Miniprogramme fürs Handy sind gerade auch unter Autofahrern beliebt, 17 Stück davon sind laut BITKOM auf dem Durchschnittssmartphone installiert. Die mobilen Datendienste verweisen regelmäßig auf ein zweistel-liges Umsatzwachstum.

Mit den Apps der Autovermieter lassen sich mittlerweile nicht nur Sonderzubehör wie Kindersitze und Navigationsgeräte hinzu buchen, sondern sogar LKW-Buchungen und Stornierungen sind von unterwegs aus möglich, außerdem eine komfortable Stationssuche für unterwegs mit GPS-Unterstützung. Wer als Kunde Tarife vergleichen will, wird bei der Mietwagen-Vergleichsapp fündig.

Apps machen angreifbar

So komfortabel sie sein mögen – Apps machen Smartphones häufig für Dritte angreifbar, weil sie vielfach Zugriff auf die Kontaktdaten fordern oder Administrator-Rechte beanspruchen. Wenn immer möglich, sollten insbesondere Unternehmer, die ihre Smartphones auch geschäftlich nutzen, den Apps in den Einstellungen die Administrator-Rechte entziehen.

Doch auch die alten konventionellen Geräte, die, mit denen man nur telefonieren kann und die vielfach noch im Einsatz sind, haben Lücken, die durch Fehler bei der Programmierung entstanden sind. So gibt es keine Sicherheitsabfragen, wenn Bluetooth-Verbindungen aufgebaut werden – der Nutzer merkt im Zweifel gar nicht, wenn jemand sein Handy ganz einfach via Bluetooth anzapft. Einfache Maßnahme an dieser Stelle: Bluetooth abschalten und Sicherheitsupdates installieren.

Des Menschen bester Freund

Die Industrie verkauft inzwischen mehr Handys als PCs, und die meisten Zeitgenossen würden lieber ihr Portemonnaie verlieren als ihr Mobiltelefon. Des Menschen neuer bester Freund bringt eben auch Risiken mit sich, insbesondere dann, wenn er im Geschäftsleben eingesetzt wird. Gemeinhin gelten mobile Endgeräte als das schwächste Glied in der IT-Kette eines Unternehmens, sind sie doch am leichtesten angreifbar. Zwar streiten sich die Experten derzeit noch, wie gefährdet iPhones durch Viren sind – doch es bleiben genügend Sicherheitsrisiken.

Gefährlich wird es immer dann, wenn auf einem Gerät geschäftliche und private Inhalte – wie es auf den Geräten der Autovermietunternehmer häufig der Fall ist – vermischt werden. Außerdem gehen Unternehmen vermehrt dazu über, Mitarbeiter selbst Handys anschaffen zu lassen, die dann auch geschäftlich eingesetzt werden, neudeutsch heißt dieser Trend Bring-your-own-Device (BYOD) und führt zu einer weiteren Vermischung.

Zumindest im Urlaub ruft ein Viertel aller deutschen Arbeitnehmer Firmen-E-Mails ab, oftmals mit dem Privathandy. Unter Kontrolle hat diese Geräte im Unternehmen niemand, wird damit auf das Firmennetzwerk zugegriffen, gefährden die Smartphones die ganzheitliche Sicherheit der Unternehmensdaten – nicht nur Portemonnaies, auch Handys gehen schließlich verloren.

Mindeststandard: Verschlüsselung und Passwort

Mindeststandard für die Anbindung an Unternehmensanwendungen und -netze sind daher ein Passwort und ein SSL VNP, auch der Start von Browser und Mail-Agent muss durch Passwort geschützt werden. Alle vertrau-lichen Daten sollten grundsätzlich verschlüsselt werden. Der so genannte Sandbox-Ansatz geht so weit, Unternehmensdaten und -anwendungen in einem isolierten Bereich des Handys verschlüsselt abzulegen. Daneben sollte es eine Funktion geben, die im Fachjargon Kill Pill genannt wird. Sie sorgt dafür, dass die Fernlöschung sämtlicher Daten möglich ist, so das Telefon gestohlen oder verloren wird. Alle nicht benötigten Daten sollten ohnehin gelöscht werden, aber so, dass sie auch wirklich nicht wieder herstellbar sind.

Soweit die Theorie, die Praxis sieht freilich anders aus. So brachte jetzt eine Studie von Steria Mummert Consulting ans Licht, dass in der Energiebranche weniger als die Hälfte aller befragten Unternehmen Verschlüsselung einsetzen und kein Unternehmen in der Lage war, im Falle des Verlustes oder Diebstahls eines Smartphones die Daten per Fernlöschung vor dem Zugriff Unbefugter zu schützen. Ähnliches dürfte auch für die Automobil- und Autovermietbranche gelten.

Trennung von privatem und geschäftlichem Einsatz

Damit bleiben die Smartphones bei der Hälfte der Unternehmen Einfallstor Nummer eins ins Firmennetzwerk. Ihr Schutz erfordert dann auch Disziplin. Denn neben den technischen Features, zu denen neben Verschlüsselung und Passwörtern inzwischen auch eine Virenschutzsoftware fürs Handy – etwa von Kaspersky, Lookout oder McAfee – zählen, steht die Trennung in zwei unterschiedliche Nutzerprofile: privat und geschäftlich.

Diese anzulegen, empfiehlt sich in jedem Fall – zumal Anwendungen aus den sozialen Netzwerken serverseitig nicht verschlüsselt werden können. Sich immer in jedem Nutzerprofil nur der jeweiligen Funktionen zu bedienen, insbesondere im geschäftlichen Account nie schnell privat zu surfen, erfordert ganz sicher eines: Gewissenhaftigkeit.

Social Media für Autovermieter - von Facebook & Co. profitieren?

Wie nutzen die Branchenriesen soziale Netzwerke für sich? Ist der Dialog als Instrument zur Kundenbindung unabdingbar? Wie gelingt der Einstieg? Welche Informationen des Kunden werden auf welche Weise transparent gemacht?

Eigentlich war es eine sehr schöne Idee: Ein schrottreifes Auto wird renoviert und die Fangemeinde stimmt dabei über jedes Detail ab. Am Ende können sich die Fans mit Foto bewerben und das fertige Auto gewinnen. Auch dafür lässt das veranstaltende Unternehmen abstimmen und verwendet für das Gewinnspiel den Mechanismus von Facebook – etwas, dass das Internetunternehmen in seinen Betreiberregeln ausdrücklich untersagt. Um solche Vorfälle zu vermeiden, ist es unabdingbar die rechtlichen Rahmenbedingungen zu kennen.

Der Fall macht deutlich: Vielen Unternehmen, die sich große Mühe geben, in sozialen Netzwerken durch kreative Ideen Kunden zu gewinnen oder zu binden, ist nicht bewusst, dass auch dafür rechtliche Regelungen gelten, und insbesondere die Nutzung von Mechanismen sozialer Netzwerke etwa für Gewinnspiele zumeist untersagt ist. Das zeigt die Notwendigkeit, sich im Vorfeld entweder sehr dezidiert Gedanken zu machen und insbesondere die Betreiberregeln zu studieren oder aber professionelle Hilfe zu bemühen. Darüber hinaus gilt: Übertriebene Scheu müssen Autovermieter nicht haben, die mit ihren Kunden in den virtuellen Dialog eintreten und soziale Netzwerke nutzen wollen.

Nutzen für Autovermieter - Neukundengewinnung nicht ausgeschlossen

In der Praxis funktioniert dies bei Facebook für Autovermieter so: Sie legen zunächst eine Firmenseite, eine so genannte Fanpage an – diese ist nicht zu verwechseln mit dem privaten Profil, das allerdings zwingende Voraussetzung ist, um überhaupt eine Firmenseite anlegen zu können. Diese Fanpage wird professionell gestaltet, mit Informationen zum Unternehmen ebenso wie mit Bildern angereichert. Pflicht ist im Übrigen auch ein Impressum. Das Herzstück der Fanpage sind die aktuellen Nachrichten, die so genannten Posts, mit denen sie regelmäßig bestückt wird. Wichtig ist, diese Fanpage anschließend zu bewerben – auf der eigenen Homepage, in der E-Mail-Signatur, auf allen Flyern...

Anschließend werden hoffentlich viele Kunden und Interessenten Fans der Seite. Sie verfolgen automatisch, weil systembedingt, die Aktivitäten der Autovermietung oder empfehlen die Seite freiwillig Freunden weiter, von denen sie glauben, dass sie das auch interessiert. Diese Fans und auch deren Freunde sind potenzielle Kunden für Mietwagenangebote.

Marktforschung und Infoline

Aufgrund der ermittelbaren Daten wie dem Klickverhalten der Besucher oder demographische Informationen, basierend auf Alters- und Geschlechtsangaben aus ihren Profilen, ist es für Autovermieter in sozialen Netzwerken möglich, diese qualifizierten Kunden, die Fans, mit Mietwagenangeboten passgenau anzusprechen, da es sich ja um eine qualifizierte Zielgruppe handelt. So erfährt Avis etwa, in welcher Stadt sich die meisten Fans für ein reduziertes Wochenendauto interessieren – das es dann dort auch zu mieten gibt. Allerdings sind die Teilnehmerzahlen an den Votings im Moment noch sehr gering.

Viele Fans gewinnen Autovermieter dann, wenn die Posts wirklich interessant und nicht nur bloße Werbung sind. Oft lässt sich dabei mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln Aufmerksamkeit erzielen. Ganz einfache Dinge, wie kuriose Fotos oder insbesondere Videos, sprechen oft erstaunlich viele Leute an, die geneigt sind, dies weiter zu erzählen oder im Jargon gesprochen zu „teilen“.

Beschwerdemanagement – kleine Gesten mit großer Wirkung

Wer sich die Präsenz der großen Autovermietunternehmen in den sozialen Netzwerken anschaut, stellt fest, dass sie erfolgreiche Auftritte haben, sich mit der nötigen Leichtigkeit des Mediums aber noch etwas schwer tun. Europcar hat über 7.000 facebook-Fans, 160 davon kommentieren; Sixt hat über 13.000 Fans und 260 Kommentatoren. Bei Sixt sprechen auf der Pinnwand in der Mehrzahl Fans – das ist im Hinblick auf die Akzeptanz äußerst positiv, allerdings könnte das Unternehmen sich noch engagierter bei Kritik einklinken und erklären, warum etwa der BMW 1 er an einer bestimmten Station nur mit Sommerreifen erhältlich war.

Denn genau diese Botschaften sind wichtig und machen neben der Reichweite die zweite große Chance des Web 2.0 aus: Es entsteht ein lebendiger Dialog mit den bestehenden Kunden, das Beschwerdemanagement erhält eine neue Qualität und häufig gewinnt bei berechtigter Kritik ein Gutschein einen treuen Fan und Kunden – von dem im Idealfall, so er das mitteilen möchte, die gesamte Community und auch seine Freunde erfahren, die noch keine Fans sind.

Die Wahl des richtigen Dienstes

Der Blick in die sozialen Netzwerke und die Präsenz der Autovermietunternehmen dort macht auch deutlich, dass noch ein großes Potenzial besteht – insbesondere auch für kleinere Vermieter. Ein weitgehend unbestelltes Feld, auf dem sich die meisten Branchenriesen noch nicht bewegen, ist das neue Netzwerk von Google, Google+ (gesprochen: Google Plus). Eine Präsenz darin lohnt im Moment insbesondere im Hinblick auf das Suchmaschinenranking. Daneben gilt für die Wahl des richtigen Netzwerks die Orientierung an den eigenen Zielgruppen. So kommt jedes Unternehmen, das Privatkunden anspricht, nicht um Facebook herum, allein die Verbreitung spricht für sich: 18 Millionen Nutzer in Deutschland, ein Drittel davon ist im Übrigen über 40 Jahre alt. Geht man von einem Drittel Dateileichen aus, so bleiben immer noch 12 Millionen übrig. Für den B2C-Bereich ist außerdem YouTube wichtig – hier entsteht am ehesten Viralität, d. h. die Botschaft verbreitet sich innerhalb kürzester Zeit vergleichbar einer Virusinfektion. Für das B2B-Segment wird sich möglicherweise Google+ etablieren, Xing dürfte in seiner Bedeutung weiter abnehmen, twitter spricht nach wie vor eine technikaffine, jüngere Zielgruppe an.

Das mag unübersichtlich erscheinen und zum Abwarten animieren – Autovermietunternehmen, die heute noch nicht aktiv in sozialen Netzwerken präsent sein wollen, sind es zumeist passiv – es wird über sie gesprochen. Sie müssen daher zumindest eines tun: ihre Reputation im Netz beobachten.

VW Passat Alltrack: Eine Spur von Offroad

Mit dem VW Alltrack versucht Volkswagen vor allem seinen eigenen Konzernmarken im Segment der Offroad-Kombis wie dem Skoda Oktavia Scout Konkurrenz zu machen. Entweder man sieht in ihm eine gelungene Mischung aus geräumiger Limousine und Geländewagen, oder aber eine aufgemotzte Familienkutsche für Papi: der neue VW Passat Alltrack. Den Passat gab’s zwar auch schon bislang mit einem Allradantrieb, doch von außen erkannte man die eigentlich nur an der Heckklappenaufschrift 4motion. Das ist beim Alltrack anders – er ist wesentlich auffälliger als ein normaler Passat und zugegebenermaßen wirkt er auch wesentlich sportlicher und trendiger.

Im Gegensatz zu den Modellen CrossPolo oder CrossGolf steckt unter der Motorhaube des Alltrack mehr als nur ein Facelift des normalen Passat Variant. Das Fahrwerk ist neu, die Stoßfänger sind neu, dazu Kunststoffplanken, die den Lack vor Kratzern schützen sollen. Die wichtigste Änderung aber ist die größere Bodenfreiheit, die beim Alltrack 16,5 statt nur 13,5 cm beim Standard-Passat beträgt. Auch die so genannten Böschungswinkel für das Befahren steiler Rampen sind größer als gewöhnlich.

Die Bordelektronik hält für den geländefahrfreudigen Familienvater aber auch noch ein paar schicke Gimmicks parat, beispielsweise eine Bergabfahrhilfe, die bei extrem steilen Gefällen automatisch auf Schritttempo abbremst – außerdem gibt es per Knopfduck ein eigenes Offroad-Fahrprogramm. Dazu hat der Alltrack serienmäßig einen Allradantrieb, mit Ausnahme der beiden Basismodelle, bei denen Allrad Aufpreis kostet. Auf normalen Straßen wird allerdings nur die Vorderachse angetrieben.

Trotz seiner schicken Geländewagen-Optik bleibt auch der Passat Alltrack ein Straßenfahrzeug, mit dem man auch mal über einen ruckeligen Feldweg holpern kann, ohne gleich aufzusitzen. Ein echter Geländewagen ist er aber nicht, trotz seines stolzen Preises. Das Basismodell als Benziner kostet mit einer 160-PS-Maschine mehr als 33.000 Euro, der Diesel noch einmal gut 1.000 Euro mehr. Sämtliche verfügbaren Motoren sind Direkteinspritzer und mit einer Doppelkupplungsautomatik kombiniert.

Hyundai i30: Die Koreaner blasen zum Angriff auf den Golf

Der in Tschechien produzierte i30 von Hyundai kommt deutlich günstiger – obgleich für einen Koreaner vergleichsweise teuer daher. Er ist ebenso wie der Alltrack von VW seit März 2012 zu haben. 15.850 Euro wollen die Koreaner für ihr Basismodell 1.4 „Classic“ mit seiner 100-PS-Maschine haben. Damit liegt der i30 1.125 Euro unter dem niedrigsten Listenpreis für einen VW Golf. Das alleine ist nun noch kein Kaufargument für einen Koreaner und gegen einen Wolfsburger, gepaart mit der neuen Optik des i30 jedoch schon.

Der frühere BMW-Designer Thomas Bürkle hat an der Neuauflage des i30 Hand angelegt: Der neue in der kompakten Golf-Klasse kommt von außen moderner und eleganter daher – und innen eindeutig hochwertiger. Zwar positioniert sich Hyundai nicht als direkter VW-Angreifer, der i30 dürfte vor allem vergleichbaren Modellen von Ford, Fiat, Peugeot & Co. Marktanteile abnehmen wollen. Aber auch der Klassenprimus Golf muss auf der Hut sein, etwa wegen der fünfjährigen Vollgarantie, die beim i30 Standard ist.

Den i30 gibt es natürlich in unterschiedlicher Motorisierung und mit vielen zusätzlichen Extras. So bietet Hyundai den Einbau einer Rückfahrkamera an, Ledersitze und Xenon-Scheinwerfer sowieso, außerdem den Einbau eines Startknopfes statt eines Zündschlosses oder auch ein Panoramadach.

Im Osten viel Neues

Wer zur Fußball-EM nach Polen und in die Ukraine reist, muss einiges beachten – auch beim Auto Mieten.

Vom 8. Juni bis 8. Juli rollt in diesem Jahr der Ball in Polen und der Ukraine. Die Fußball-Europameisterschaft findet zum ersten Mal in zwei Ländern des ehemaligen Ostblocks statt, die Gastgeber freuen sich auf die Besucher aus aller Welt. Die Vorfreude wird seit Monaten jedoch von kritischen Presseberichten im Ausland getrübt – unter anderem wegen des kaum vorhandenen öffentlichen Verkehrssystems. Es schlägt also die Stunde der Autovermieter.

Thomasz Gajda ist so ein polnischer Autovermieter. Er ist Geschäftsführer von Jolcar, einem mittelständischen Vermieter aus dem oberschlesischen Kattowitz in Südpolen. Die im Jahr 1989 gegründete Firma vermietet Autos im ganzen Land – sie verfügt jedoch nur über zwei feste Stationen: Eine in der Innenstadt von Kattowitz, eine am Flughafen. Autovermietung in Polen funktioniert eben ein bisschen anders, sagt Thomasz Gajda: „Wir liefern die Autos.“

Jolcar bietet seinen Kunden alles – vom Kleinwagen bis hin zum Luxusfahrzeug. Anders als in Deutschland vermietet beinahe jeder Vermieter auch Fahrer mit den Fahrzeugen, wenn es gewünscht ist. „Wir bedienen Kunden in ganz Südpolen und auch in Warschau“, erläutert Geschäftsführer Gajda. Auch viele ausländische Kunden, bislang vor allem Geschäftsreisende aus dem übrigen Europa, buchen Fahrzeuge bei Jolcar; allerdings meist mit einem Fahrer.

Die EM ist für den Tourismus eine Chance

In der Europameisterschaft sieht Thomasz Gajda eine große Chance für sein Land: „Von der EM werden alle in Polen profitieren“, sagt er. Ob durch die große Zahl der Fußballfans aber auch der Tourismus in Polen generell angekurbelt wird, „das weiß niemand so recht, zugleich hoffen das natürlich viele“. Das gilt auch für so manchen Autovermieter, der sich während der EM das beste Geschäft seit Jahren erwartet. „Die Chancen dafür stehen auch gut“, sagt Gajda.

Denn auch wenn sich die polnische Regierung massiv um den Ausbau der Zugverbindungen und der Flughäfen gekümmert hat, wird das Umherreisen im Land alles andere als eine nette Landpartie. Zum einen ist die Zahl der Plätze in Flugzeugen und Schnellzügen begrenzt, zum anderen kommt man eben nur von Zentrum zu Zentrum. Weil aber gerade dort die benötigten Hotelbetten knapp werden, müssen viele Fußball-Fans ins Umland der Spielorte weichen.

„Dorthin kommt man aber nur mit dem Auto“, sagt Gajda. Und weil wohl kaum ein EM-Gast mit seinem Privatfahrzeug tausende Kilometer fahren möchte, bleibt eigentlich nur sich vor Ort am Bahnhof oder Flughafen einen Mietwagen zu nehmen. Fairerweise muss man jedoch sagen: Auch Autofahren ist in Polen und in der Ukraine nicht mit Westeuropa zu vergleichen (siehe Infokasten): Das Autobahnnetz ist weniger engmaschig und in keinem guten Zustand.

Vermieter rechnen vor allem mit last-minute-Anfragen

„Wir haben bislang noch nicht so viele Reservierungen für die Wochen während der EM“, sagt Thomasz Gajda. Er geht jedoch davon aus, dass diese in den kommenden Wochen stark zunehmen: „Man sollte sich so schnell wie möglich einen Mietwagen reservieren.“ Obwohl Kattowitz fern von den vier polnischen Spielstätten liegt, erwartet man bei Jolcar während der EM ausgebucht zu sein: „Wir werden unsere Flotte dann an Vermieter vor Ort vermieten.“

Wer direkt bei Jolcar bucht und sich beispielsweise das Fahrzeug nach Warschau liefern lässt, erhält mit gültiger EM-Eintrittskarte zehn Prozent Rabatt, verspricht der 32-jährige Gajda. Er erwartet für sein Unternehmen vor allem viele last-minute-Anfragen: „Da muss man dann halt Glück haben, um noch ein Fahrzeug seiner Wahl zu bekommen.“ Vor allem die Kleinwagen, auf die es Autodiebe nicht so abgesehen haben, „werden wohl als erstes ausgebucht sein“.

Auch wenn es nach Klischee klinge, sagt Thomasz Gajda: „In Polen werden nun einmal sehr viele Autos geklaut – in der Ukraine jedoch noch weit mehr.“ Während die meisten deutschen Autovermieter den Kunden keine Fahrten nach Polen erlauben, erlauben polnische Vermieter in der Regel keine Fahrten in die Ukraine. „Wer einen normalen Mietvertrag ohne zusätzliche Versicherung abschließt, darf von Polen nicht in die Ukraine fahren“, sagt Thomasz Gajda.

Vorsicht: Kein polnischer Mietwagen in der Ukraine

Eine solche Zusatzversicherung bieten zwar viele Vermieter vor allem für die Zeit während der EM an, meistens aber erst ab einer Woche Mindestmietzeit – und dann kostet sie in den günstigen Fällen ein- bis zweihundert Euro extra, wenn man sie zwei Monate vor Mietbeginn abschließt. „Das lohnt sich kaum“, so Thomasz Gajda. Er empfehle für die Reisen zwischen den Ländern das Flugzeug und je einen Mietwagen für Polen und die Ukraine anzumieten.

Bleibt die Frage, ob sich der Reiseaufwand für die EM nach Polen und in die Ukraine lohnt. Spannend ist es in jedem Fall, „aber ein Fußballfest wie die WM 2006 in Deutschland oder die EM in Österreich und der Schweiz wird es wohl nicht“; mutmaßt Gajda. Denn „die Polen sind längst nicht so fußballverrückt wie Engländer, Italiener oder Deutsche“, glaubt er: „Ich zumindest schaue mir nur die Polen-Spiele an, ich steh‘ sonst doch mehr auf Basketball.“

Der heimliche Star des Autosalons kommt aus Baden-Württemberg

Ausgerechnet mit einem Kompaktwagen stiehlt Mercedes beim Genfer Autosalon allen die Show.

Der Genfer Autosalon ist traditionell die erste europäische Automesse des Jahres. Seit 1905 gibt es die Schau nun bereits, anno dazumal hieß sie „Nationale Automobil- und Fahrradausstellung“. Drahtesel konnte man am Lac Léman vom 8. bis 18. März vergeblich suchen – dafür gab‘s etliche spannende Neuheiten, angefangen von günstigen Familien-Vans und sportlichen Limousinen bis hin zu Exoten.

Ein Höhepunkt der Messe waren die Präsentationen der beiden neuen Kompakten aus dem Hause Audi und Mercedes: Die Stuttgarter hatten schon im Jahr 2010 in Shanghai eine Studie der neuen A-Klasse vorgestellt – und seither warteten Besucher bei jeder Automesse auf die Premiere des Modells. Denn die neue A-Klasse hebt sich deutlich von ihrem Vorgänger ab, das bekannte hohe Dach gehört fortan der Vergangenheit an, und damit auch ihr Image als Rentnerauto. Sie soll sportlicher wirken.

Damit hatte der A3 von Audi noch nie Probleme. Vielleicht war von den Ingolstädtern deshalb auch nichts spektakulär Neues zu erwarten. Mancher Beobachter sprach angesichts des neuen A3 gar von einer evolutionären Entwicklung statt eines neuen Modells. Der schicke Ingolstädter wurde weiter veredelt und hat eine verfeinerte Optik, ein neues Infotainment-System sowie sparsamere Motoren verpasst bekommen. Neu ist die coupéartige Stufenheckversion des A3, die Audi in Genf präsentiert hat.

Von günstig bis luxuriös war alles vertreten

Auch in den gehobenen Klassen wurden Neuheiten gezeigt. BMW präsentierte die neuste Generation seines Kassenschlagers, den 3er Touring. Er ist, wie schon die neue Limousine, länger geworden und bietet mehr Platz im Kofferraum. Andere Neuheiten der Münchner waren die Fahrzeuge der neuen Untermarke „M Performance“, das sind hochmotorisierte Varianten des 5er, des X5 sowie des X6, die mit den weltweit ersten Tri-Turbodiesel-Motoren mit mehr als 380 PS ausgestattet sind.

Teuer waren auch die erwarteten Neuheiten im Bereich der Sportwagen. Porsche zeigte den neuen Boxter, von dem schon seit Monaten Bilder kursierten. Neu sind vor allem die Frontscheinwerfer, die in Vertiefungen der Kotflügel untergebracht sind. Der Boxter ist leichter geworden – und breiter. Mit 265 PS ist er ein echtes Kraftpaket, die S-Variante kommt sogar auf 315 Pferdestärken. Im Vergleich zum ebenfalls gezeigten Lamborghini Aventador Spyder mit 700 PS wirkt er hingegen fast schon etwas schmalbrüstig.

Aber auch Preisbrecher sollen beim Autosalon gezeigt werden. Der Billigautobauer Dacia zeigte seinen kleinen Van Lodgy auf Basis des Logan. Für knapp 10.000 Euro soll dieser Minivan zu haben sein, dafür bekommt man bei anderen Herstellern gerade mal die Basisversion eines Kleinstwagens. Doch etwas teurer dürfte zum Beispiel der neue Ford Microvan B-Max auf Fiesta-Basis werden. Fiat ist in diesem Segment nun auch aktiv und will mit dem Fiat 500L eine van-artige Variante seines Flitzers zeigen.

Teure Wortklaubereien

Abtretungsvereinbarungen müssen juristisch wasserdicht formuliert sein, sonst droht Ärger bei der Zahlung. Kraftstoff unterhielt sich mit dem Justiziar Christian Uebach über die Auswirkungen der jüngsten Entscheidung des Bundesgerichtshofs. Folgende Erkenntnisse gibt es für Autovermieter.

Es liegt in der Natur der Sache, dass es nach Unfällen und deren Regulierung zu Nickligkeiten kommt. Das ist vor allem dann unschön, wenn die Forderungen der Geschädigten dem Grunde nach unstrittig sind und der Streit sich an juristischem Kleinklein entwickelt. Das geschieht besonders häufig im Bereich der Abtretungserklärungen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in den vergangenen Monaten gleich zwei Mal wichtige Urteile in diesem Bereich gefällt. Gutachter und Autovermieter sollten seither genau auf die Wortwahl ihrer Abtretungserklärungen achten.

In seinem Urteil (AZ: VI ZR 260/10) vom 7. Juni vergangenen Jahres hat der BGH klargestellt, das die bisher häufig verwendete „Abtretung erfüllungshalber“ dem so genannten Bestimmtheitsgrundsatz nicht genügt. „Tritt der Geschädigte nach einem Fahrzeugschaden seine Ansprüche aus dem Verkehrsunfall in Höhe der Gutachterkosten ab, ist die Abtretung mangels hinreichender Bestimmbarkeit unwirksam.“ In diesem Fall hatte ein Kfz-Sachverständiger sich vom Geschädigten eine Abtretungserklärung unterschreiben lassen. Die Versicherung wollte nicht zahlen, obwohl die Haftungsfrage dem Grunde nach unstrittig war – Streitpunkt war allein die Rechtswirksamkeit der Erklärung.

Auch wenn es in dieser konkreten Entscheidung nur um Sachverständigerkosten ging – sie gilt auch für andere Bereiche der Branche, wie Mietwagen- und Reparaturkosten nach einem Autounfall. Denn die Formulierungen in den Erklärungen ähneln sich. Die Schwierigkeit in der korrekten Wortwahl liegt darin, dass zum Zeitpunkt der Unterzeichnung der Abtretungserklärung die genauen Kosten meist noch nicht feststehen. Genau dies verlangt aber der BGH, die Kosten sollen „bestimmbar“ gemacht werden. Experten empfehlen daher eine Formulierung wie „Hiermit trete ich meinen Schadensersatzanspruch auf Erstattung der Mietwagenkosten gegen den Fahrer, Halter und deren / dessen Haftpflichtversicherung aus dem oben genannten Schadenereignis erfüllungshalber an ... ab.“

Vor der Klage: eine zweite Abtretungserklärung

Was wie juristisches Geplänkel wirkt, ist wichtig, um als Sachverständiger, Autovermieter oder Kfz-Werkstatt am Ende nicht auf seinen Kosten sitzen zu bleiben. Auch mit der oben genannten Formulierung ist man nach dem BGH-Urteil, das in der Branche auf großes Unverständnis stieß, nicht hundertprozentig auf der sicheren Seite. Juristen empfehlen daher, der obigen Abtretungserklärung im Fall einer gerichtlichen Auseinandersetzung eine Zweite folgen zu lassen – in der der genaue Betrag festgehalten ist. Man muss den Kunden demnach erneut auffordern, eine Abtretungserklärung zu unterzeichnen – das ist Mehrarbeit, kann aber viel Ärger ersparen.

In einem anderen Urteil vom 31. Januar (AZ: VI ZR 143/11) hat der BGH einer Autovermietung Recht gegeben, die nach einer Abtretungserklärung Ansprüche gegen eine Versicherung erhoben hatte. Die Versicherung hatte argumentiert, der Vermieter habe mit der „Abtretung erfüllungshalber“ gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz verstoßen. Das sahen die BGH-Richter anders und kassierten damit ein anders lautendes Urteil des Landgerichts Stuttgart. Die Schadensersatzforderung durch den Vermieter für den Geschädigten mit der Abtretungserklärung sei auch dann rechtens, wenn man vom Vorliegen einer Rechtsdienstleistung ausgehe, urteilten die Richter.

Rechtsdienstleistungen als Nebenleistung erlaubt

Dem BGH zufolge sind Rechtsdienstleistungen im Zusammenhang mit einer anderen Tätigkeit nämlich erlaubt, wenn sie als Nebenleistung zum Berufs- oder Tätigkeitsbild des Handelnden gehören. Bei Autovermietern, Kfz-Werkstätten und Gutachtern gehört die Rechtsdienstleistung der Abtretungserklärung durchaus zum Berufsbild, jedenfalls liest sich die Entscheidung des Gerichts so. Im vorliegenden Fall hatte eine Autovermietung nämlich die Kosten für ein im November 2009 angemietetes Auto bei der Versicherung des Unfallverursachers geltend gemacht – der BGH gab der Revision statt und hob das Urteil des Landgerichts Stuttgart auf, da weil kein Verstoß gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz zu erkennen war.

Keine Probleme tauchen übrigens auf, falls der Kunde seinen Schadenersatzanspruch gegen einen Versicherer selbst geltend macht – allerdings bedeutet das weniger Serviceangebot für Sachverständige, Autovermieter und Kfz-Werkstätten auf der einen, und Mehrarbeit für den geschädigten Kunden auf der anderen Seite.

Jurpex - Geschäftsprozesse neu denken

Ist der Hybrid schon bald Geschichte?

Meinungen zur Zukunft des Kombi-Antriebs aus Verbrennungs- und Elektromotor gehen auseinander.

Der Toyota Prius gilt als Vorzeigeauto, wenn es um die Hybrid-Technik geht. Im Stadtverkehr fährt er leise und emissionsfrei mit Strom, über Land kommt der Benzinmotor zum Einsatz, beim Bremsen wird die überschüssige Energie in den Batterien gespeichert. Umweltfreundlich, keine Frage. Elektro- und Verbrennungsmotor in einem Auto, das bedeutet aber auch: mehr Technik, mehr Fehlerquellen, mehr Gewicht. Ist der Hybrid wirklich die automobile Zukunft? Oder Auslaufmodell?

Wenn es nach dem Automobilzulieferer Siemens VDO geht, ist er ein reiner Zwischenschritt auf dem Weg zum reinen Elektroantrieb. In 15 Jahren, so sagt der Zulieferer, haben Autos gar keine Motoren mehr unter der Haube und schon gar keinen klassischen Antriebsstrang. Siemens VDO arbeitet an einem Konzept namens eCorner, das die Basis für die so genannten by-wire-Fahrzeuge bilden soll. Im Klartext: In jedem der vier Räder sitzt ein autarker Elektroantrieb samt Lenkung und Aufhängung.

Natürlich arbeitet Siemens VDO derzeit auch noch an der Optimierung des Verbrennungsmotors und der Hybridtechnik, die Zukunft aber gehöre der Radnabentechnik, wie sie in weniger komplexer Form auch schon seit Jahren bei Fahrrädern mit Elektroantrieb genutzt werden. Jeder der Motoren treibt das Fahrzeug direkt im Rad an, eine aufwändige hydraulische Lenkung wird nicht mehr benötigt, weil jedes Rad selbst einen individuellen Lenkwinkel einschlagen kann. Elektronik ersetzt also Mechanik.

Weitere Möglichkeit: ein „Range Extender“

Während die Anhänger solcher (noch) futuristisch anmutender Antriebe den Hybrid beinahe schon als Auslaufmodell sehen, gilt er andernorts noch als wichtige mittelfristige Lösung. Volkswagen etwa setzt in den nächsten zehn Jahren laut Konzernchef Martin Winterkorn „voll“ auf den so genannten Plug-in-Hybrid, also ein Hybrid-Auto, das über mehr Akkukapazitäten als ein normaler Hybrid verfügt und zusätzlich an der Steckdose geladen werden kann, um die elektrische Reichweite zu vergrößern.

Reine Elektroautos, so der VW-Boss, seien wegen der aktuell verfügbaren Akku-Technik auf Basis von Lithium-Ionen dem Plug-in-Hybrid klar im Nachteil. Auf Dauer seien diese Akkus nicht leistungsfähig genug, deshalb wolle Volkswagen alle Modelle bis hin zum Kleinstwagen mit der Plug-in-Technologie anbieten. Diese ermögliche 50 bis 60 Kilometer elektrische Fahrleistung und dennoch die Flexibilität eines Verbrennungsmotors. Diese Technik solle bei allen Marken des VW-Konzerns genutzt werden.

Eine andere Lösung um die Reichweite von Elektroautos zu erhöhen, ohne Batteriekapazitäten und damit ihr Gewicht in unsinnige und unwirtschaftliche Größenordnungen zu treiben sind so genannte „Range Extender“. Das sind kleine Verbrennungsmotoren, die bei Bedarf über einen Generator Strom für den Elektromotor erzeugen. Für VW-Konzernchef Winterkorn macht diese Technik vor allem bei Kleinwagen Sinn. Ob sich der Hybrid wirklich dauerhaft hält, weiß niemand. Nur die Zukunft.

Autos soll man hören

Am Institut für Kraftfahrzeuge der RWTH entwickeln Forscher den automobilen Klang der Zukunft.

Der satte Klang eines Sportwagens schon beim Anlassen könnte bald Geschichte sein. Wenn auf den Straßen bald mehr und mehr Elektro- und Hybridfahrzeuge unterwegs sind, geht damit auch der seit Generationen bekannte Klang individueller Mobilität verloren. Gerade bei niedrigen Geschwindigkeiten bis 20 Stundenkilometer geben Autos mit elektrischen Antrieben nämlich oft nur leise oder auch gar keine eigenen Fahrgeräusche mehr von sich. Deshalb sollen sie fortan künstliche Geräusche bekommen.

Sven Ruschmeyer vom Geschäftsbereich Akustik des Instituts für Kraftfahrzeuge an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen forscht und entwickelt zusammen mit seinen Kollegen in diesem Bereich. Dass auch Elektrofahrzeuge im Stadtverkehr Geräusche von sich geben sollen, hat mehrere Gründe, erläutert der Wissenschaftler. Zum einen wegen der Verkehrssicherheit. „Wir verlassen uns aus der Gewohnheit heute darauf, dass man ein Auto auch kommen hört“, sagt er. So war das bislang auch.

Gerade für sehbehinderte, ältere Menschen und Kinder seien Elektrofahrzeuge deshalb eine Gefahrenquelle, die es zu minimieren gelte. Deutschland erarbeitet deshalb derzeit federführend für die Vereinten Nationen eine Richtlinie, wie das Geräuschverhalten von Elektroautos gestaltet werden soll. Elektroautos sollen dabei nicht lauter sein als die mit Verbrennungsmotor, zudem soll für jedermann hörbar sein, ob das Fahrzeug bremst, beschleunigt oder sein Tempo hält.

Modell und Klang müssen passen

„Nicht erlaubt sind Geräusche, die an Sirenen, Alarmanlagen, Melodien oder Tiergeräusche erinnern“, erklärt Ruschmeyer. Außerdem könne es dabei nicht darum gehen, einfach nur die Geräusche von Verbrennungsmotoren zu kopieren. „Eine Mittelklasselimousine mit Elektroantrieb kann nicht klingen wie ein Sportwagen, das passt nicht zusammen“, sagt der Diplom-Ingenieur von der RWTH. Er und seine Kollegen, sowie insbesondere die Entwicklungsabteilungen der Auto-konzerne arbeiten derzeit an einem ganz eigenen „E-Auto-Klang“.

Es geht um nichts weniger als den Sound einer neuen Fahrzeug-Generation. Damit der authentisch klingt, müsse man die Geräusche der Elektromotoren mit einbeziehen, sagt Ruschmeyer. Das sind unter anderem die hochfrequenten Geräusche, die – für sich allein betrachtet – im Umgebungslärm aber schnell untergehen können. „Man braucht zusätzliche Geräuschmodulationen, die die Kraft eines Fahrzeugs klanglich untermauern“, erklärt er. Dabei gehe es nicht um einfach synthetisch-erzeugte, dröhnende Auspuffrohre, „sondern vielmehr um Emotionen und die Akzeptanz einer neuen Fahrzeuggeräuschkulisse“. Und natürlich um die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer – und der Fahrer selbst. Denn man hört die Elektrofahrzeuge nicht nur als Außenstehender schlecht, auch innendrin ist es ziemlich leise. „Das ist auch für den Fahrer mitunter sehr gewöhnungsbedürftig, denn wir hören in einem Auto mit Verbrennungsmotor, auch ohne ständig auf das Tachometer zu schauen wie schnell wir ungefähr sind“, sagt Ruschmeyer. Das fehlt bei den meisten E-Autos noch ebenso wie das akustische Feedback beim Beschleunigen.

Keine fahrenden Staubsauger

Wie genau die Autos der Zukunft klingen werden, das weiß auch Sven Ruschmeyer nicht. Das ist ein Entwicklungsprozess, in dem es natürlich auch auf Geschmäcker, Markenstrategien und letztlich auch auf die technische Umsetzbarkeit ankommt. „Elektroautos werden aber sicher nicht wie Staubsauger oder Flugzeugturbinen dröhnen“, ist er sich sicher. „Und ein Kleinwagen wird auch künftig anders klingen als ein Sportcoupé“, sagt er.