Der heimliche Star des Autosalons kommt aus Baden-Württemberg

Ausgerechnet mit einem Kompaktwagen stiehlt Mercedes beim Genfer Autosalon allen die Show.

Der Genfer Autosalon ist traditionell die erste europäische Automesse des Jahres. Seit 1905 gibt es die Schau nun bereits, anno dazumal hieß sie „Nationale Automobil- und Fahrradausstellung“. Drahtesel konnte man am Lac Léman vom 8. bis 18. März vergeblich suchen – dafür gab‘s etliche spannende Neuheiten, angefangen von günstigen Familien-Vans und sportlichen Limousinen bis hin zu Exoten.

Ein Höhepunkt der Messe waren die Präsentationen der beiden neuen Kompakten aus dem Hause Audi und Mercedes: Die Stuttgarter hatten schon im Jahr 2010 in Shanghai eine Studie der neuen A-Klasse vorgestellt – und seither warteten Besucher bei jeder Automesse auf die Premiere des Modells. Denn die neue A-Klasse hebt sich deutlich von ihrem Vorgänger ab, das bekannte hohe Dach gehört fortan der Vergangenheit an, und damit auch ihr Image als Rentnerauto. Sie soll sportlicher wirken.

Damit hatte der A3 von Audi noch nie Probleme. Vielleicht war von den Ingolstädtern deshalb auch nichts spektakulär Neues zu erwarten. Mancher Beobachter sprach angesichts des neuen A3 gar von einer evolutionären Entwicklung statt eines neuen Modells. Der schicke Ingolstädter wurde weiter veredelt und hat eine verfeinerte Optik, ein neues Infotainment-System sowie sparsamere Motoren verpasst bekommen. Neu ist die coupéartige Stufenheckversion des A3, die Audi in Genf präsentiert hat.

Von günstig bis luxuriös war alles vertreten

Auch in den gehobenen Klassen wurden Neuheiten gezeigt. BMW präsentierte die neuste Generation seines Kassenschlagers, den 3er Touring. Er ist, wie schon die neue Limousine, länger geworden und bietet mehr Platz im Kofferraum. Andere Neuheiten der Münchner waren die Fahrzeuge der neuen Untermarke „M Performance“, das sind hochmotorisierte Varianten des 5er, des X5 sowie des X6, die mit den weltweit ersten Tri-Turbodiesel-Motoren mit mehr als 380 PS ausgestattet sind.

Teuer waren auch die erwarteten Neuheiten im Bereich der Sportwagen. Porsche zeigte den neuen Boxter, von dem schon seit Monaten Bilder kursierten. Neu sind vor allem die Frontscheinwerfer, die in Vertiefungen der Kotflügel untergebracht sind. Der Boxter ist leichter geworden – und breiter. Mit 265 PS ist er ein echtes Kraftpaket, die S-Variante kommt sogar auf 315 Pferdestärken. Im Vergleich zum ebenfalls gezeigten Lamborghini Aventador Spyder mit 700 PS wirkt er hingegen fast schon etwas schmalbrüstig.

Aber auch Preisbrecher sollen beim Autosalon gezeigt werden. Der Billigautobauer Dacia zeigte seinen kleinen Van Lodgy auf Basis des Logan. Für knapp 10.000 Euro soll dieser Minivan zu haben sein, dafür bekommt man bei anderen Herstellern gerade mal die Basisversion eines Kleinstwagens. Doch etwas teurer dürfte zum Beispiel der neue Ford Microvan B-Max auf Fiesta-Basis werden. Fiat ist in diesem Segment nun auch aktiv und will mit dem Fiat 500L eine van-artige Variante seines Flitzers zeigen.