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Gasautos ab Werk

Es gab Zeiten, da fragte der Verkäufer: Diesel oder Benziner? Das ist vorbei. Denn Toyota bietet mit dem Prius alternativ ein Hybridfahrzeug an und auch bei Lexus oder Honda gibt es die Zwitter-Modelle bereits von der Stange. Anders sah das lange mit den Gasautos aus. Von Umrüstung war da die Rede, und meinte den Einbau einer Gasanlage in das bereits vorhandene Fahrzeug. Die Hersteller hatten Nachholbedarf. Und so gibt es sie heute in großer Stückzahl – die Gasautos ab Werk.

Erdgas
Fünf Kg Erdgas auf 100km: der aktuelle Opel Zafira 1.6 CNG

Wenn es nach den Politikern ginge, so wäre die steuerliche Begünstigung für Autogas bereits 2009 vorbei. Aber zum Glück konnte man sich noch in letzter Sekunde auf 2018 einigen, sowohl Erd- als auch Autogasfahrer bis dahin in ihrer Entscheidung zu unterstützen. Vielleicht rüsten deshalb – oder der steigenden Spritpreise wegen – zunehmend viele Autofahrer ihre Fahrzeuge auf Gas um (Kosten: bis zu 3.500 Euro plus Einbau). Dabei geht es einfacher, denn viele Hersteller bieten mittlerweile eine Gasalternative an. Allen voran ist die Nummer 1 Chevrolet. Das Unternehmen bietet alle seine Modelle auch mit LPG (Liquified Petroleum Gas) an. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller gab bekannt, dass in Deutschland jeder zehnte verkaufte Chevrolet mit Autogas betrieben wird – ein tolles Ergebnis. Und für jeden Kunden ist das passende Fahrzeug dabei: Bestseller ist der kleine und sparsame Stadtflitzer Matiz, der in jede winzige Parklücke passt und den CO2-Ausstoß im LPGBetrieb auf niedrige 111 Gramm pro Kilometer drückt. Gleich drei Varianten gibt es vom größeren Bruder Aveo, und auch Lacetti, Rezzo oder Nubira Kombi haben die umweltfreundliche Technik an Bord. Selbst Reiselimousine und Flaggschiff Epica sowie das Kompakt-SUV Captiva fahren mit einer serienmäßigen Autogasanlage sauber vom Werkshof.

Keine preislich günstige Alternative

Populärer als die Flüssiggasfahrzeuge, waren zeitlich zuvor die Erdgasautos ab Werk. Wer erinnert sich nicht gern an den ersten Opel Zafira CNG (Compressed Natural Gas), dem damals meistverkauften Erdgas-Pkw in Deutschland? Der aktuelle Zafira 1.6 CNG mit 94 PS verbraucht nur rund fünf Kilogramm Erdgas auf hundert Kilometer. Soviel Sparsamkeit hat aber seinen Preis: 23 640 Euro kostet der flexible Van. Neben Opel sind auch Fiat oder VW mit dem Caddy Life und dem Touran Eco Fuel im Bereich der Erdgasautos gut aufgestellt. Vor allem die größeren Modelle haben eine Gasanlage ab Werk. Übrigens: Für Nutzfahrzeuge und LKWs sind alternative Antriebe schon lange ein Thema.

Tanken
Jeder zehnte verkaufte Chevrolet ist mit Autogas betrieben.

Hersteller gehen in die Offensive

Dass ein Hersteller beide Gasvarianten seiner Modelle anbietet, ist hingegen selten. Ein Grund dafür ist die Verwechslungsgefahr beider Gassorten, die zwar aufgrund verschiedener Eigenschaften und unterschiedlicher Adapter beim Betanken, ausgeschlossen werden kann, aber in den meisten Köpfen der Autofahrer weiter umherspukt. Andererseits macht es Sinn, sich auf ein Alternativangebot seitens der Hersteller zu beschränken und das umso intensiver auszubauen. Sozusagen „zweigleisig“ fahren derzeit aber schon die Franzosen. Citroen bietet den bivalenten C3 Style als Erdgasvariante an. Gleichzeitig können der C3, wie C4, C4 Picasso, C5, C8, Berlingo und Xsara Picasso, auch mit Autogas geordert werden. Experten prognostizieren derweil, dass die Zahl der Alternativen zu Diesel und Benzinern in den nächsten Jahren stetig steigt. Schon vom beliebten VW Golf VI, der in den Startlöchern mit den Hufen scharrt, soll es erstmals auch eine Autogasvariante geben, und zwar in Serie. Daneben offeriert VW seine verbrauchsarmen „Blue- Motion“-Modelle – getreu dem Motto: Entdecke die Möglichkeiten. [scw]

Fotos: Opel, Chevrolet