COMPANY | STATIONSPORTRÄT
„Der Kick Extravaganz zählt“

Die neue CC Rent a car-Station in Bad Segeberg - moderne Räumlickeiten für einen extravaganten Fuhrpark.
Marcus Tohde wollte nie etwas anderes machen, als Autos vermieten. „Ich bin dazu geboren, Mobilität zu schaffen“, sagt der Schleswig-Holsteiner. Von der typischen Drei-Stunden- Miete bis hin zum 36-Monats-Leasing bekommt man bei ihm in Bad Segeberg alles, was vier Räder hat. „Ich möchte die Menschen mit Mobilität versorgen und sie damit begeistern“, erzählt er.
Schon als kleines Kind erlebt Marcus Tohde bei seinen Eltern, wie man Autos vermietet – vor allem, wie man es richtig macht. Das Familienunternehmen wächst und wächst, aber Marcus Tohde weiß auch, dass das nicht von ungefähr kommt. Während sich seine Wettbewerber die Winterreifen zum Beispiel extra bezahlen lassen, gehören die „bei uns selbstverständlich zum Mietpreis dazu“, sagt er. Wer erfolgreich sein will, muss flexibler sein, einen besseren Service liefern, am besten rund um die Uhr erreichbar sein und einen Tick Extravaganz bieten.
Porsche, Hummer, Opel GT

Prachtstücke vor den neuen Stationsräumen
Diese Extravaganz versprüht zum Beispiel Tohdes Fahrzeugflotte. „Wir vermieten mehrere davon! Porsche, einen Hummer H2 oder auch einen Opel GT“, sagt Tohde. „Im Prinzip ist es so, dass wir eigentlich immer etwas im Angebot haben, was unsere Mitbewerber nicht bieten können“, fügt er hinzu. Wegen solcher Sondermodelle kämen die Kunden sogar aus Hamburg nach Bad Segeberg, um bei ihm zu mieten. Und wer ein Mal dort war, kommt wieder – auch für einen simplen Golf. „Wir überzeugen die Kunden mit unserem Service“, so Tohde.
Doch erst einmal muss der Kunde zu Tohde finden – und am besten nicht nur aus Hamburg. Deshalb hat der Unternehmer eine aggressive Werbekampagne in Bad Segeberg gestartet. Ein Stadtbus war monatelang mit dem Slogan „Wir ärgern die Konkurrenz zu Tohde“ unterwegs, in Zeitungsannoncen ließ der Familienbetrieb die Konkurrenz „Schlitten fahren“ oder pries sich als schönste Autovermietung der Stadt an. „Damit haben wir ganz zweifelsohne auf uns aufmerksam gemacht“, ist Tohde überzeugt. Der Erfolg bei den Kunden gibt ihm recht.
Die Karl-May-Festspiele fest im Griff

Regelmäßig stellt Marcus Tohde (r.) den Karl-May-Festspielen Fahrzeuge zur Verfügung. Hier bei der Übergabe an den Schauspieler Alexander Wussow (l.)
In das gleiche Horn stoßen seine werbewirksamen Aktionen bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg. Seit Jahren schon stellt er jeweils einem der Hauptdarsteller für die Dauer des Festivals einen Mietwagen zur Verfügung. In diesem Jahr war es der Schauspieler Alexander Wussow, der kostenfrei mit einem Tohde-Golf herumfahren durfte. Für einen Tag spendierte der Autovermieter sogar einen Porsche. Und: Der bekannte Schauspieler Erol Sander mietet auch schon seit vielen Jahren bei Tohde einen Multivan, wenn er in Bad Segeberg spielt.
Im Großraum der Städte Kiel, Lübeck und Hamburg tummeln sich mehr als 40 verschiedene Autovermietungen, sagt Tohde. Da müsse man, zumal von einer Kleinstadt wie Bad Segeberg aus, mit einem aussagekräftigen Angebot und Profil punkten. „Wir bauen unter anderem auf eine starke Bindung an den örtlichen Mittelstand“, betont Tohde. Alle Fahrzeuge seiner Flotte stammen von Autohändlern aus der Region. Und die Kunden bauen auf seine Flexibilität „und auf meine sofortige Entscheidungsgewalt“, erläutert der Unternehmer.
Schnelle Entscheidungen sind gefragt
Im Gegensatz zu großen Vermiet-Konzernen „kann ich sofort und ohne Umschweife sagen, was ich zu welchem Preis anbieten kann – und ob ich etwa am nächsten Morgen einen PKW als Kombi mit Anhängekupplung für drei Monate als Langzeitmiete zur Verfügung habe“, sagt Tohde. Vor allem die großen Mitbewerber könnten dies nicht immer. „Firmenkunden wissen aber genau das zu schätzen. Die wollen schnelle Entscheidungen und welche, auf die sie sich auch zu 100 Prozent verlassen können“, sagt der Bad Segeberger Autovermieter.
Heute machen Firmenkunden mit rund 70 Prozent einen Großteil seines Umsatzes aus. Das früher einmal mit rund 90 Prozent den Umsatz des Familienbetriebes dominierende Geschäft mit Unfallersatzwagen ist – wie bei den allermeisten Autovermietern – auf etwa fünf Prozent eingebrochen. Die restlichen 25 Prozent verdient Tohde mit privaten Autovermietungen.



Werbung und besondere Autos heben vom Mitbewerb ab
Wie alles begann...
- 1977
Helga Tohde gründet am 1. Juli in Schackendorf als Agenturpartnerin der Möllner Firma Bernhard Heitplatz eine Autovermietung. Das Mietgeschäft für die zehn Pkw und die drei Nutzfahrzeuge wickelt sie in der Küche ab. Ehemann Heinz Tohde betreibt in Bad Oldesloe eine Tankstelle. Auch dort gibt es eine Agentur der Heitplatz Autovermietung. - 1982
Das Unternehmen Heitplatz-Tohde OHG wird gegründet, die Tankstelle in Bad Oldesloe aufgegeben. Die neue Firma verlegt ihren Unternehmenssitz in das größere Bad Segeberg. Für die in Bad Oldesloe betriebene Autovermietung wird ein Agenturpartner gefunden. Damaliger Systemgeber des Familienbetriebs ist die bundesweit aktive Autohansa Autovermietung. - 1984
Sohn Marcus Tohde geht in die Millionenstadt Hamburg in die Lehre. Dort lernt er bei einer befreundeten Autovermietung das Geschäft in einer Metropole kennen. Nach einem Jahr wird die Lehre nach Bad Segeberg verlegt, weil seine Hilfe im Familienbetrieb erforderlich ist. - 1987
Die Tohdes besitzen einen Fuhrpark von 35 PKW und etwa zehn Lastwagen der Marken VW, Opel, Mercedes und BMW. Seine Fahrzeuge kauft der Familienbetrieb ausschließlich in Bad Segeberg. Das vor fünf Jahren angemietete Büro ist mittlerweile viel zu klein, die Parkplätze reichen nicht mehr aus. Ende August zieht der Familienbetrieb in ein ehemaliges Autohaus. - 1992
Die Unternehmen Heitplatz und Tohde trennen sich. Marcus Tohde geht nach Neumünster und gründet seine eigene Autovermietung als Lizenznehmer der Autohansa. Eine gute und starke Zusammenarbeit mit dem elterlichen Unternehmen lassen die Flotte von Marcus Tohde auf 25 Fahrzeuge wachsen. Er eröffnet eine weitere Station in Husum. - 1995
Der Lizenzverbund Autohansa Autovermietung wird vom amerikanischen Touristikanbieter Alamo Rent a Car übernommen. Die Autovermietung Tohde wird deshalb blaugelb. - 1996
Heinz Tohde stirbt unerwartet im Alter von 66 Jahren, Marcus Tohde übernimmt den Betrieb. Beide Autovermietungen fusionieren schließlich. - 1997
Alamo Rent a Car fusioniert mit der ebenfalls amerikanischen Autovermietung National Car Rental. Die Farbe der Leuchtreklame ändert sich erneut von blau-gelb zu grün. Marcus Tohde eröffnet Filialen in Kiel und Ahrensburg, der Fuhrpark wächst auf mehr als 125 Fahrzeuge. - 2002
Im September 2002 meldet der Lizenzgeber und Inhaber der Markenrechte für Alamo und National Insolvenz an. Die Pleite von National hätte auch für die Autovermietung Marcus Tohde beinahe den finanziellen Ruin bedeutet. Viele Gelder, die National treuhänderisch für seine Lizenznehmer verwaltet hatte, werden nicht mehr ausbezahlt. Noch im gleichen Jahr verkauft Tohde alle eigenen Fahrzeuge, schließt seine Filialen in Kiel, Ahrensburg und Bad Oldesloe. Er wird selbst Agenturpartner einer großen Vermietkette in Bad Segeberg. - 2003
Nach 14 Monaten wagt Marcus Tohde wieder den Sprung in die Selbstständigkeit. Er wechselt als Lizenznehmer zu CCRaule, kauft im Oktober 18 Fahrzeuge. Bereits Ende 2003 hat er schon wieder eine Flotte von mehr als 30 Fahrzeugen auf seinem Parkplatz. - 2007
Die Autovermietung Marcus Tohde hat heute wieder eine große Flotte und vermietet in Bad Segeberg, Bad Oldesloe, Hamburg, Neumünster und Schwarzenbek fast alles, was Räder hat. - 2008
Marcus Tohde zieht mit seinem Unternehmen in Bad Segeberg in ein neues Domizil. Heute vermietet er nicht nur gewöhnliche Pkw. Auf seinem Parkplatz finden sich auch immer ein Porsche oder ein Hummer für außergewöhnliche Fahrerlebnisse. [jhs]
Fotos: CC Rent a car-Autovermietung Marcus Tohde
