EDITORIAL

Liebe Leser,

Jürgen Lobachdie schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit hat auch die 63. Internationale Automobil- Ausstellung (IAA) vom 17. bis 27. September in Frankfurt am Main geprägt. Die Autokonzerne wissen, dass es nach den Insolvenzen von Saab und General Motors sowie der scheinbar unendlich langen Hängepartie bei Opel nicht so weiter gehen kann, wie bisher. Die Krisen-IAA, wie die Autoschau oft genant wurde, war deshalb auch eine Aufbruchs-IAA.

Die Autohersteller präsentierten auf dem Frankfurter Messegelände zahlreiche neue sparsame Modelle und Verbrennungsmotoren, manche hatten auch neue Hybrid- Fahrzeuge dabei – Daimler mit seinem Mercedes-Benz S 400 Hybrid sogar eine Oberklassen-Limousine. Doch der Fokus der Öffentlichkeit lag bereits auf der nächsten Antriebsgeneration, dem Elektromotor. Einige Hersteller hatten erste Prototypen dabei, Serienreife hat davon allerdings wohl noch keiner.

Die Frage bei dieser ganzen Entwicklung ist: Fahren wir alle bald in Elektromobilen über die Straßen? Heißt es bald nicht mehr „Ich muss noch tanken“, sondern „Ich muss das Auto noch laden“? Noch scheint das alles Zukunftsmusik, wahrscheinlich aber ist, dass in etwa 15 Jahren vieles von dem, was uns heute noch äußerst visionär erscheint, bereits Realität ist. Zumindest im Nahbereich wird der Elektroantrieb den Verbrennungsmotor wohl mittelfristig verdrängen.

Schon warnen die Bedenkenträger, dass Elektrofahrzeuge keine gewöhnlichen Getriebe mehr benötigen und zigtausende Arbeitsplätze bei deutschen Zulieferern in Gefahr sind. Dabei sind solche Entwicklungen gerade für den Mittelstand hierzulande eine Chance. Volkswagen, der größte Automobilkonzern Europas, entwickelt die Batterien für seine Elektroautos mit Varta, einem mittelgroßen deutschen Unternehmen im badenwürttembergischen Ellwangen.

Und auch der mittelständische Autovermieter muss diese tief greifende Krise nicht immer nur als solche begreifen, sondern auch als Chance. Wer, wenn nicht der flexible Mittelstand kann Vorreiter sein, wenn es um eine moderne Vermietflotte mit innovativen Antrieben geht?

Die Entwicklungen der Branche sind natürlich auch Thema in diesem „Kraftstoff“ (Seiten 18 bis 21). Aller Euphorie um künftige Antriebstechniken zum Trotz haben wir jedoch auch mal nachgefragt, wie sich der Automarkt – und speziell: der Gebrauchtwagenmarkt – im nächsten Jahr entwickeln wird (Seiten 10/11). Ab dieser Ausgabe ist außerdem der Bundesverband der Autovermieter Deutschlands (BAV) mit je zwei Seiten im „Kraftstoff“ (Seiten 8/9) vertreten.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen.

Jürgen Lobach

Ihr Jürgen Lobach
Geschäftsführer der CCUniRent System GmbH

Foto: CCUniRent